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21.02.2007 

Auf dem Gasmarkt findet bislang so gut wie kein Wettbewerb statt. Foto: dpaLupe

Auf dem Gasmarkt findet bislang so gut wie kein Wettbewerb statt. Foto: dpa

Beim Erdgas ist die Lage noch prekärer als beim Strom. Die Preise sind in den vergangenen zwei Jahren um bis zu 36 Prozent gestiegen, Wettbewerb findet faktisch nicht statt – noch nicht. Allenfalls Großverbraucher können um Konditionen handeln, Besitzer eines Einfamilienhauses dagegen haben keine Wahl – nur die, auf Ölheizung umzusteigen. Viel zu lange hat die Gasbranche um die Öffnung der Gasnetze und die korrekte Abrechnung von Durchleitungen gerungen. Erfolglos. Am Ende griff die Bundesnetzagentur ein und legte die Modalitäten fest.

Netzmonopole beim Erdgas sind damit seit Mitte 2006 geknackt. Doch die Konkurrenzlage ist weiterhin eher übersichtlich. Die niederländische Nuon und Klickgas liefern sich in Hamburg und Berlin Wettbewerb mit den Platzhirschen, in Bonn macht die Mainova den Stadtwerken Dampf. Im übrigen Land ruht die Konkurrenz – weitgehend.

Jetzt kommt ausgerechnet Eon daher, genauer gesagt E-wie-einfach, der neue Billigheimer des größten heimischen Energiekonzerns. Mit der Tochter Ruhrgas kontrolliert Eon ohnehin 60 Prozent des Erdgasgeschäfts dieser Republik. Die Branche ist sich daher einig, dass der flächendeckende Vorstoß nur ein Ziel hat: die politischen Wogen zu glätten.


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Eon & Co. werden von allen Seiten angeschossen. Verbraucher kritisieren das Preisdiktat, Regierung und Aufsichtsbehörden die starre Haltung zur Liberalisierung. Die EU-Kommission würde die Konzerne am liebsten zerschlagen und ihnen die Strom- und Gasnetze wegnehmen.

Eon geht nun in die Offensive. Die Folge: Jetzt müssen viele regionale Versorger gegen ihren Lieferanten antreten. „Eon setzt seine ganze Marktmacht gegen die Stadtwerke ein“, wettert Michael Schöneich, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU).

So kommt es, dass die Stadtwerke Düsseldorf einen treuen Kunden verlieren, weil E-wie-einfach eben billiger ist – um exakt 88 Euro pro Jahr für 3 700 Kubikmeter Erdgas. Um das herauszufinden, bedarf es aber einiger Rechenoperationen.

Wer nur seine letzte Rechnung als Messlatte nimmt, hat verloren. Denn in der Branche zählen schon Tage. In der Zwischenzeit ist die Mehrwertsteuer gestiegen und eine weitere Gaspreisrunde eingeläutet worden. Macht bei meiner Rechnung 353 Euro Aufpreis pro Jahr. Und plötzlich ist Eons Billigtochter im Vorteil. Ein Wechsel kann die Preissteigerung beim Gas zwar nicht auffangen, aber um die besagten 88 Euro drücken.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: In der Wartespirale des Call-Centers stellt sich allerdings ein ganz anderes gravierendes Problem.

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