Industrie

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Stadtwerke: Die Speerspitze der Energiewende

Die kommunalen Energieversorger wollen bei der Energiewende eine Führungsrolle einnehmen und in neue Netze, Kraftwerke und erneuerbare Energien investieren. Doch die politischen Rahmenbedingungen sind ein Hemmschuh.

Der Ausbau der Netze scheitert oftmals an politischen Rahmenbedingungen. Quelle: dpa
Der Ausbau der Netze scheitert oftmals an politischen Rahmenbedingungen. Quelle: dpa

BerlinEiner Branchenumfrage zufolge könnten die kommunalen Energieversorger in den nächsten zehn Jahren bis zu 70 Milliarden Euro in neue Netze, Kraftwerke und erneuerbare Energien investieren. Jedoch beklagen 44 Prozent der befragten Chefs von Stadtwerken und regionalen Versorgern unklare politische Rahmenbedingungen, die Investitionen hemmen, ermittelte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young in der zehnten Stadtwerkestudie für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dessen Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller betonte am Montag bei der Vorstellung der Studie in Berlin, die Schuldenkrise und höhere Eigenkapitalquoten bei Banken könnten Kredite und damit die Finanzierung von Projekten schwieriger machen.

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Der BDEW vertritt insgesamt 1352 kommunale Unternehmen. Helmut Edelmann von Ernst & Young betonte, die Schätzung von 70 Milliarden Euro an Gesamtinvestitionen sei eine Hochrechnung. Während die neue Branchenumfrage von 21 Milliarden Euro an Investitionen bis 2020 in erneuerbare Energien und Gaskraftwerke ausgeht, hatte der Verband kommunaler Unternehmen 2011 die bisher geplanten Investitionen in neue Produktionskapazitäten auf knapp 7 Milliarden Euro taxiert.

Zudem wird der Investitionsbedarf bei den regionalen Verteilnetzen beim VKU auf 25 Milliarden Euro beziffert, die Ernst & Young-Umfrage spricht hingegen von geplanten Netzinvestitionen der Stadtwerke in Höhe von 30 Milliarden Euro nur bis zum Jahr 2020. Das Gesamtvolumen der Investitionen zur Umsetzung der Energiewende wird von der Beratungsgesellschaft bis 2020 auf 250 Milliarden Euro beziffert.

Allerdings kursiert eine Vielzahl an Zahlen. Da wichtige Eckpfeiler noch unklar sind - etwa, wie viele Gaskraftwerke als Ergänzung zur schwankenden Ökostromproduktion nötig sind, wann Ökostrom in großem Umfang gespeichert werden kann und ob der Bedarf an neuen Netzen auch geringer ausfallen könnte - sind sichere Schätzungen bisher erst schwer möglich.

 

  • 19.06.2012, 14:53 UhrHatschepsut

    Weg von den Lobby-Vereinen, wer sich autark versorgen kann, soll das machen können. Energie, Wasser und Grundlebensmittel gehören in die Hände der Regierung und nicht in die von Privaten, bei denen Gier frisst Hirn abläuft. Diese unsägliche Privatisierung hat uns doch erst da hin gebracht, wo wir heute sind.

    Auch behindern sie wirkliche Innovationen auf dem Energiesektor, weil sie ihre Vorherrschaft schwinden sehen.

    Wo sind eigentlich die Milliarden geblieben, die sie vom Verbraucher eingenommen haben, angeblich für den Ausbau? Wo sind diese Rückstellungen und warum müssen wir das 2 x bezahlen?

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