Stadtwerks-Duo darf zugreifen
Grünes Licht für Gelsenwasser-Verkauf

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat dem Verkauf der Eon-Tochter Gelsenwasser an die Stadtwerke Bochum und Dortmund zugestimmt, bestätigte ein Sprecher Clements am Donnerstag in Berlin.Damit ist die letzte Hürde vor dem Eigentümerwechsel aus dem Weg geräumt.

HB DÜSSELDORF. Deutschlands größter Energiekonzern Eon erfüllt mit dem Verkauf eine weitere Auflage, die das Ministerium an seine Sondererlaubnis für die Fusion von Eon und Ruhrgas geknüpft hatte.

Mit dem Verkauf von Gelsenwasser an die beiden Ruhrgebiets-Stadtwerke von Bochum und Dortmund gehe der Gas- und Wasserversorger an einen von Eon und der neuen Tochter Ruhrgas unabhängigen strategischen Investor, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Donnerstag auf Anfrage. Dies sei erklärtes Ziel der Auflage gewesen.

Eon hatte den Verkauf an das Stadtwerke-Duo Ende Juli angekündigt. Für seine 80,5-prozentige Gelsenwasser-Beteiligung erwartete der Konzern nach eigenen Angaben einen Gewinn von rund 500 Mill. €.

Eon hatte bereits im Juli mit dem Verkauf seiner Bayerngas-Beteiligung an fünf Stadtwerke in Süddeutschland eine Auflage der Ministererlaubnis erfüllt. Weitere Auflagen sind noch bis Anfang nächsten Jahres abzuarbeiten. Dazu gehört der Rückzug von Eon aus dem ostdeutschen Ferngasunternehmen Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig. Eon-Aktien notierten am Donnerstagmittag in einem behaupteten Umfeld mit 45,12 € um 0,38 € schwächer.

Unterdessen prüft das nordrhein-westfälische Innenministerium, ob die Übernahme der börsennotierten Gelsenwasser durch zwei Kommunen mit der Gemeindeordnung des Landes vereinbar ist. Noch sei nicht absehbar, wann die Prüfung abgeschlossen sei, sagte eine Sprecherin. Die oppositionelle CDU hatte den Vorwurf der Verstaatlichung privater Unternehmen erhoben und kritisiert, es gebe keine ordnungspolitische Grundlage. In der Branche wird darauf hingewiesen, dass die Landesregierung den Verkauf von Gelsenwasser an Bochum und Dortmund stets befürwortet hatte. Neben diesem Konsortium hatten sich noch drei andere Gruppen um Gelsenwasser beworben, darunter der Mannheimer Regionalversorger MVV zusammen mit den Hamburger Wasserwerken sowie der französische Wasserkonzern Veolia zusammen mit den Stadtwerken Düsseldorf.

In Gelsenwasser nahe stehenden Kreisen wurde am Donnerstag damit gerechnet, dass Deutschlands größter privater Wasserversorger weiterhin als privat geführtes Unternehmen fortbestehe und an der Börse notiert bleibe. Dortmund und Bochum hatten bei Ankündigung der Übernahme erklärt, sie wollten mit Gelsenwasser ihre Marktposition in Nordrhein-Westfalen ausbauen. Für den Nachmittag kündigten die Dortmunder Stadtwerke eine Erklärung an. Bei den Stadtwerken Bochum und auch bei Eon war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

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