Industrie

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Stärkste Unternehmen: SAP ist Deutschlands Top-Konzern

Europas größter Softwarehersteller schlägt bei Wachstum und Ertrag alle Dax-Konzerne. Der Handelsblatt Firmencheck zeigt auch: Kleinere Firmen sind erfolgreicher als große. So mancher Dax-Konzern tritt auf der Stelle.

Die SAP-Zentrale in Walldorf: stetes Wachstum. Quelle: dpa
Die SAP-Zentrale in Walldorf: stetes Wachstum. Quelle: dpa

DüsseldorfMit 15,8 Milliarden Euro hat VW im vergangenen Jahr den höchsten Nettogewinn in der deutschen Unternehmensgeschichte eingefahren. Siemens folgt mit sieben, BASF mit 6,6 Milliarden Euro. Doch damit sind die drei noch längst nicht die erfolgreichsten Unternehmen. Dieser Titel gebührt unter den deutschen Großkonzernen SAP. Heute meldete der Konzern, das er das beste zweite Quartal der Konzerngeschichte erreicht hat. Und Europas Softwarehersteller wächst seit fünf Jahren am rasantesten und ist das ertragsstärkste Unternehmen.

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Das belegt der Handelsblatt-Firmencheck. "Deutschlands Vorzeigeunternehmen bestätigt Jahr für Jahr seine Vormachtstellung und baut sie sogar noch aus", sagt Karlheinz Küting, Direktor am Centrum für Bilanzierung und Prüfung in Saarbrücken. Gemessen am Wachstum der Umsatzerlöse, des operativen Gewinns und der Eigenkapitalquote, der Gesamtkapitalverzinsung sowie zwei weiterer Ertragskennzahlen, hängt SAP die übrigen Dax-Konzerne um Längen ab.

Rekord-Ergebnis SAP liegt auf Kurs

Für den Software-Riesen ist das angestrebte Renditeziel für 2015 zum Greifen nah.

Mit einer Eigenkapitalquote von 49 Prozent und einer zahlungswirksamen Umsatzrendite von 27 Prozent ist SAP außerordentlich ertragsstark. Die Kapitalrendite, also die Verzinsung des Gesamtkapitals, liegt mit 21 Prozent ebenfalls auf Top-Niveau. Obendrein stieg der operative Gewinn seit 2007 im Schnitt um 15,6 Prozent - und das Jahr für Jahr. Daran gemessen hinkt die Gewinnmaschine VW weit hinterher. Das Eigenkapital ist mit 24,4 Prozent nur halb so hoch wie bei SAP.

Handelsblatt-Firmencheck Tabelle: Wachstum und operativer Gewinn

Deutsche Unternehmen im Fünfjahresvergleich.

Auch in den übrigen Ertragsstärke-Kennziffern schneiden die Wolfsburger schlechter ab. Die Profitabilität liegt im Fünfjahresvergleich deutlich unter dem Niveau der Softwarebranche. Während bei SAP 2011 mit jedem Euro Umsatz im operativen Geschäft 34 Cents übrig blieben, waren es bei VW nur sieben Cent. Noch besser als SAP schneiden nur zwei kleine Firmen ab. SMA Solar profitierte lange Zeit vom Boom der alternativen Energien und startete seine Wachstumsstory auf niedrigem Niveau.

Das verhalf lange zu hohen Steigerungsraten. Der Gewinneinbruch 2011 wirkt sich im Fünfjahresvergleich aus, ändert aber nichts an der guten Gesamtplatzierung. Der Gesamtsieger Tipp 24 schließlich profitierte von seinem Geschäftsmodell mit Glücksspielen im Internet. Die Personal- und Materialkosten sind gering. Das macht die Vertriebsfirma ertragsstark. Auffällig ist die lange Liste von prominenten Großkonzernen, die mit den Ertrags- und Wachstumschampions bei weitem nicht mithalten können.

Handelsblatt-Firmencheck Tabelle: Gesamtergebnis Wachstum

Deutsche Unternehmen im Fünfjahresvergleich.

Daimler konnte sein operatives Ergebnis seit 2007 nur um knapp 2,5 Prozent pro Jahr steigern, die Post verringerte es im Schnitt Jahr für Jahr um 6,6 Prozent, RWE sogar um acht Prozent. Bei Eon fiel nach einem Gewinn von neun Milliarden Euro im Boomjahr 2007 im vergangenen Jahr ein Verlust von 1,3 Milliarden Euro an. Bei Thyssen-Krupp verringerten sich die Umsatzerlöse jährlich um 4,3 Prozent, gleichzeitig rutschte der Stahlkonzern in die roten Zahlen.

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