Stärkung der Fein- und Lebensmittelchemie
BASF schaut sich nach Zukäufen um

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will sich in der Feinchemie durch Zukäufe verstärken, um die Zusammenarbeit mit großen US-Konsumgüterherstellern ausbauen zu können.

HB FRANKFURT. Wenn ein Konzern wie Procter & Gamble in Zukunft neue Produkte entwickle, wolle BASF mehr sein als ein bloßer Grundstofflieferant, sagte BASF-Vorstand Klaus Peter Löbbe in einem Interview der „Financial Times Deutschland“. „In jenen Sparten der Chemie, in denen wir stark sind, prüfen wir derzeit, welche Zukäufe ideal wären, um noch stärker zu werden. Ich denke, im Bereich der Fein- und Lebensmittelchemie sowie der Kosmetik gibt es diesbezüglich noch einiges für uns zu tun.“ Bei den möglichen Akquisitionen gehe es um Zukäufe für das Nordamerika-Geschäft, erläuterte eine BASF-Sprecherin am Morgen. Löbbe ist im Vorstand des Konzerns verantwortlich für das Nordamerika-Geschäft.

BASF werde vom bloßen Lieferanten chemischer Substanzen zunehmend zum Mitentwickler neuer Produkte, etwa von Zahnpasta über Lippenstifte zu Wasch- und Lebensmitteln, sagte Löbbe. Diese veränderte Rolle biete großes Potenzial, der Ludwigshafener Konzern müsse seine Position hier verbessern. „Wir wollen jeweils mit denen zusammenarbeiten, die in ihrer Branche führend sind“, sagte Löbbe. Überkapazitäten in der Feinchemie-Branche in Amerika sieht der Manager nicht.

Analyst Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler sagte, BASF habe bewiesen, dass der Konzern sinnvolle Akquisitionen tätigen und auch integrieren könne. „Es macht in der Tat Sinn, wenn man die Wertschöpfungskette vertieft und mit Kunden direkt an Lösungen zusammenarbeitet“, kommentierte er. Dies sei ein attraktives Geschäft für die BASF. Die im Deutschen Aktienindex notierte BASF-Aktie lag im frühen Handel zu Wochenbeginn in einem stabilen Gesamtmarkt 0,6 % im Minus bei 42,40 €.

Weltweit erwirtschaftete der Konzern mit seinem Feinchemiegeschäft im zweiten Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 456 Mill. € nach 454 Mill. € im Jahr zuvor. Die Feinchemie steuert derzeit etwas weniger als ein Drittel zum Umsatz des Segments Pflanzenschutz und Ernährung bei. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen wie Restrukturierungen war zuletzt allerdings um 24 % auf 29 Mill. € gesunken, wobei nach Konzernangaben unter anderem die Inbetriebnahme einer neuen Anlage sowie Wechselkurseffekte das Ergebnis belasteten.

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