Stagnierender Umsatz
Krise belastet Chemie- und Elektrobranche

Die Schuldenkrise in Europa bremst die deutsche Chemie- und Elektroindustrie aus. Nach einem schwachen zweiten Quartal senkten die Branchen ihre Geschäftserwartungen für das laufende Jahr.
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FrankfurtDie Schuldenkrise in Europa bremst die Chemie- und Elektrobranche in Deutschland aus. Die beiden wichtigsten Industriezweige nach Automobilbranche und Maschinenbau senkten am Mittwoch ihre Geschäftserwartungen für das laufende Jahr. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kappte nach einem schwachen zweiten Quartal seine Produktions- und Umsatzprognosen.

„Unsere Hoffnung auf einen stabilen Aufschwung im Chemiegeschäft müssen wir wohl vorerst verschieben“, sagte VCI-Präsident und Evonik -Chef Klaus Engel in Frankfurt. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) nahm seine Umsatzziele ebenfalls zurück.

Der VCI rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Chemieproduktion um drei Prozent. Bisher hatte der Branchenverband eine stagnierende Produktion erwartet. VCI-Chef Engel geht nun davon aus, dass der Branchenumsatz dieses Jahr bei 184 Milliarden Euro verharrt. Zuletzt hatte der Verband für 2012 noch einen Anstieg um zwei Prozent auf 188 Milliarden Euro erwartet.

„Die EU-Schuldenkrise macht sich nun auch im Inlandsgeschäft bemerkbar“, sagte Engel. Noch zum Jahresauftakt war die Inlandsnachfrage weitgehend intakt geblieben. „Viele unserer Industriekunden drosseln ihre Produktion und ordern weniger Chemikalien“, erläuterte der VCI-Chef. Viele Abnehmer bauten erst einmal ihre Lagerbestände an Chemieprodukten ab. Der Chemieverband erwartet, dass die Unternehmen im laufenden Jahr ihre Preise um 2,5 Prozent anheben können. Bislang wurde ein Preisanstieg von zwei Prozent in Aussicht gestellt. Große Chemiekonzerne wie BASF hatten vor wenigen Wochen bereits frühere Erwartungen auf eine Belebung der Geschäfte im zweiten Halbjahr fallengelassen.

Große Sprünge seien dieses Jahr nicht mehr zu erwarten, erklärte der VCI. Erst zum Jahresende würden die Wachstumsraten voraussichtlich allmählich positiv ausfallen. Dies komme aber zu spät. Warnungen vor schwächeren Geschäften kommen derzeit nicht nur aus der deutschen Chemie.

Auch der weltgrößte Farbenhersteller Akzo Nobel hatte zuletzt auf das Konjunkturumfeld als größten Unsicherheitsfaktor für die weitere Geschäftsentwicklung hingewiesen. Der US-Konkurrent Dupont war nach einem Ergebnisrückgang im zweiten Quartal deutlich vorsichtiger ins zweite Halbjahr gestartet.

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