Stahl
Mittal und Arcelor fusionieren

Die größte Übernahmeschlacht in der Stahlindustrie ist entschieden: Nach fünfmonatiger, erbittert geführter Auseinandersetzung haben sich die beiden weltgrößten Stahlproduzenten, Mittal Steel und Arcelor, auf einen friedlichen Zusammenschluss geeinigt. Mittal musste dabei erhebliche Zugeständnisse an Arcelor machen.

DÜSSELDORF. Am heutigen Montag wird der indische Milliardär Lakshmi Mittal, Gründer und Chef von Mittal Steel, gemeinsam mit Arcelor-Verwaltungsratspräsident Joseph Kinsch in Luxemburg die Öffentlichkeit über die Einzelheiten der Vereinbarung informieren.

Kinsch sagte am Sonntagabend im Anschluss an das mehr als achtstündige Treffen des Arcelor-Verwaltungsrates, Mittal habe sein letztes Gebot noch einmal um 10 Prozent erhöht. Damit würde der Luxemburger Konzern mit knapp 26 Mrd. Euro bewertet. Das neue Unternehmen wird nach Kinschs Aussage Arcelor-Mittal heißen.

Wie es in Konzernkreisen heißt, hat Mittal in der Endphase der Verhandlungen „extreme Zugeständnisse“ gemacht. So wird Mittal an dem fusionierten Konzern nicht die Aktienmehrheit halten. Außerdem sollen die wichtigsten Posten zunächst mehrheitlich an Arcelor-Manager gehen. Verwaltungsratschef Kinsch wird sein Amt für weitere drei Jahre behalten, Lakshmi Mittal wird Co-Chairman. Luxemburgs Wirtschaftsminister Jeannot Krecke sagte am Sonntag zudem, der Konzernsitz werde Luxemburg sein.

Um die Fusion gegen starke Widerstände bei Arcelor doch noch zum Erfolg zu führen, akzeptierte Mittal nach Angaben aus Konzernkreisen auch, dass Konzernchef Guy Dollé im Amt bleibt. Der Franzose, der nächstes Jahr 65 wird, solle die Integration der Unternehmen bis zum Ablauf seines Vertrags im Herbst 2007 vorantreiben.

Dollé galt als einer der schärfsten Kritiker einer Fusion mit Mittal. Er favorisierte einen Zusammenschluss mit dem größten russischen Stahlkonzern Severstal – allerdings hatte sich dagegen im Kreis der Aktionäre starker Widerstand gebildet. Daran änderte sich auch nichts, als sich der Severstal-Eigner Alexej Mordaschow in der vergangenen Woche bereit erklärte, seinen Einfluss auf das künftige Unternehmen zu verringern. Am Wochenende hatte Mordaschow dann bei einem Besuch in Luxemburg sein Angebot für Arcelor noch einmal erhöht. Der Verwaltungsrat habe sich aber gegen diese Offerte und – einstimmig – für Mittal entschieden, sagte Kinsch. Die Joint Ventures mit den Russen werde Arcelor-Mittal aber weiter betreiben, und Severstal werde einen „privilegierten Status“ erhalten.

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