Stahlbranche
Arcelor kommt bei türkischer Erdemir doch zum Zuge

Der weltweit zweitgrößte Stahlkonzern Arcelor kann sich nun doch an der Übernahme des türkischen Branchenrivalen Erdemir beteiligen: Der Pensionsfonds der türkischen Streitkräfte als neuer Besitzer tritt den Luxemburgern Anteile ab. Der Fonds sichert sich damit Know-how.

HB ISTANBUL. Der Sieger im Bieterwettbewerb um den größten türkischen Stahlproduzenten, der türkische Oyak-Konzern, verkaufte Arcelor einen 41-prozentigen Anteil an der für die Übernahme von Erdemir gegründeten Ataer Holding, wie die türkische Privatisierungsbehörde am Donnerstag mitteilte. Damit erhält Arcelor indirekt einen Anteil an Erdemir. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Im Oktober hatte Oyak, der Pensionsfonds der türkischen Streitkräfte, mit seinem Angebot von 2,77 Milliarden Dollar den Zuschlag für die zum Verkauf stehenden 46,12 Prozent an Erdemir erhalten. Internationale Stahlkonzerne wie Marktführer Mittal Steel, der in Luxemburg ansässige Arcelor-Konzern oder die russischen Firmen Severstal und NLMK waren zunächst leer ausgegangen.

An den Finanzmärkten wurde die Meldung über den Einstieg von Arcelor in die Erdemir-Übernahme begrüßt. Nach dem Zuschlag für Oyak, der unter anderem in der Automobil-, der Finanz- und der Zementbranche investiert ist, hatten einige Experten befürchtet, dem Pensionsfonds fehle das Know-how, um einen Stahlkonzern zu führen.

„Das sind positive Nachrichten. Oyak hätte ernsthafte Probleme bekommen, wenn sie Erdemir alleine geleitet hätten“, sagte Hakan Tezcan von Finansinvest. Die Aktien von Erdemir legten bis zum Mittag fast zwei Prozent auf 8,90 Lira zu. Der Verkauf des Erdemir-Konzerns ist Teil der Privatisierungsoffensive der Türkei, die auch vom Internationalen Währungsfonds unterstützt wird.

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