Stahlbranche
Chinesische Mitarbeiter bringen ihren Chef um

Schule machen sollte dieses Beispiel sicher nicht: Der Manager eines chinesischen Stahlwerkes hat die Sparpläne mit seinem Leben bezahlt. Nach seiner Ankündigung, 25 000 der 30 000 Mitarbeiter zu entlassen, hatten diese ihn erschlagen. Nun verzichtet das Unternehmen auf die Entlassungen.

HB PEKING. Nach dem gewaltsamen Tod eines Managers will eine chinesische Stahlfirma auf geplante Massenentlassungen verzichten. Während eines Protests von 30 000 Stahlarbeitern im Nordosten Chinas gegen die geplante Übernahme ihres Werkes war der Manager erschlagen worden.

Hunderte Menschen wurden verletzt. Lokale Regierungsbeamte in Tonghua kündigten an, die Pläne eines Umbaus des staatlichen Stahlwerks Tonghua Iron and Steel durch den Konkurrenten Jianlong würden „auf Dauer zurückgestellt“, wie die Zeitung „China Daily“ am Montag berichtete.

Tonghua-Stahlarbeiter hatten den Manager am Freitag angegriffen und getötet. Staatliche Medien berichteten, an den Protesten hätten sich nur 3 000 Arbeiter beteiligt. Der Manager habe die Arbeiter erzürnt, indem er ihnen sagte, die meisten von ihnen würden in den kommenden Tagen entlassen werden, sagte eine Polizistin der Zeitung zufolge. Der Mann habe angekündigt, dass die Gesamtzahl von 30 000 Mitarbeitern auf 5 000 sinken solle, sagte sie. Die Arbeiter schlugen den Manager und verhinderten, dass Krankenwagen und Polizei zu ihm gelangten.

Jianlong hält seit 2005 insgesamt 49 Prozent der Anteile an Tonghua und erhöhte den Anteil kürzlich auf 51 Prozent. Die Wut der Stahlarbeiter richtete sich auch dagegen, dass Jianlong-Manager im vergangenen Jahr bis zu drei Mio. Yuan (308 000 Euro) verdienten, Ruheständler aber nur 200 Yuan (20 Euro) im Monat erhielten. Die Unruhen erklären sich aus dem Versuch Pekings, die überwiegend staatliche Stahlindustrie durch Zusammenschlüsse zu modernisieren.

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