Stahlbranche
Europas Stahlfirmen hängen zurück

Europas Stahlkonzerne hinken laut einer Studie bei der Kontrolle ihrer internen Finanzströme im internationalen Vergleich hinterher.Thyssen-Krupp und Arcelor-Mittal haben nun umfangreiche Sparprogramme angekündigt, mit denen Kosten im Milliardenbereich gedrückt werden sollen.

FRANKFURT. Europas Stahlkonzerne hinken laut einer Studie bei der Kontrolle ihrer internen Finanzströme im internationalen Vergleich hinterher. "Durch eine gezielte Optimierung könnten sie ihr Nettoumlaufvermögen um mehr als 20 Prozent reduzieren und dadurch bis zu sieben Mrd. Euro an gebundenem Kapital freisetzen", sagte Alexander Malkwitz, Stahlexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney, dem Handelsblatt. Er beruft sich dabei auf eine eigene Studie, für die die Bilanzen von 27 internationalen und acht europäischen Stahlproduzenten der Jahre 2003 bis 2007 durchleuchtet wurden.

Dazu zählen unter anderem Thyssen-Krupp, Salzgitter, Nippon Steel und Arcelor-Mittal. Während das Nettoumlaufvermögen von weltweit tätigen Stahlfirmen im Durchschnitt bei 19,5 Prozent des Gesamtumsatzes liegt, beträgt es bei europäischen Unternehmen 21,2 Prozent. Das Nettoumlaufvermögen sind die liquiden Mittel, die dem Geschäftsbetrieb zur Verfügung stehen. Darunter fallen etwa Lagerbestände an Metall und Rohstoffen.

Malkwitz führt den Rückstand zur Konkurrenz darauf zurück, dass die Europäer in der konjunkturellen Hochphase vor 2008 den Fokus auf andere Felder gelegt haben. Bedenklich ist laut der Studie, dass die Bestände der europäischen Unternehmen im internationalen Vergleich angestiegen sind. Mit 20 Prozent habe diese Kennziffer um zwei Prozentpunkte über dem weltweiten Niveau gelegen, sagte der Experte dem Handelsblatt.

Die Studie offenbart den Handlungsdruck, unter dem die Unternehmen stehen. Mit der Krise sehen sich die Stahlfirmen im vierten Quartal mit einem Nachfrageeinbruch von rund 50 Prozent konfrontiert, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Als Reaktion darauf haben die meisten Stahlfirmen ihre Produktion gedrosselt, womit auch hohe Lagerbestände vermieden werden sollen.

Hohe Bestände sind aus zwei Gründen bedenklich. Zum einen bergen sie das Risiko von Abschreibungen, und zum anderen ist damit Kapital gebunden. Im ungünstigsten Fall müssen dafür Kredite aufgenommen werden.

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