Stahlbranche: Klöckner & Co wird von Krise voll erwischt

Stahlbranche
Klöckner & Co wird von Krise voll erwischt

Alles ging runter: Preise genauso wie Absatzmengen. Das blieb für den Stahlhändler Klöckner & Co nicht ohne Folgen. Der Umsatz ging zurück und der Ausblick fürs laufende Jahr hat mit Optimismus nicht mehr viel zu tun.

HB DUISBURG. Die globale Wirtschaftskrise hat den Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) im vierten Quartal voll erfasst und den Jahresgewinn deutlicher als erwartet belastet. Stark gesunkene Preise und Absatzmengen hätten zu einem Rückgang des Umsatzes von Oktober bis Dezember um sieben Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2007 auf einen Wert zwischen 1,3 und 1,4 Mrd. Euro geführt, teilte der MDax-Konzern bei Vorlage der vorläufigen Zahlen mit. Preisbedingte Abwertungen von Lagerbeständen hätten im Schlussquartal zu einem operativen Verlust von 65 Mio. Euro geführt.

Auch der Ausblick für das laufende Jahr klang wenig optimistisch. Auf eine konkrete Prognose verzichtete das Unternehmen. Dies sei „aufgrund der nicht einschätzbaren konjunkturellen Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich“, hieß es in der Mitteilung. Wegen des weltweiten Wirtschaftsabschwungs und der rapide gesunkenen Nachfrage nach Stahl hatte das Unternehmen bereits im September ein massives Sparprogramm aufgelegt. Dennoch würden sich konjunkturbedingte Umsatz- und Margenerückgänge im Ergebnis niederschlagen. Analysten hatten auf konkrete Aussagen gehofft. Die Aktie verlor vorbörslich gut fünf Prozent. Die Zahlen seien noch schlechter ausgefallen, als ohnehin befürchtet, sagte ein Händler.

Im Gesamtjahr stand beim Umsatz aufgrund der guten ersten neun Monate noch ein Plus von rund sechs Prozent auf 6,7 Mrd. zu Buche. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch mehr als sieben Mrd. angepeilt, aber später schon angedeutet, dieses Ziel nicht zu schaffen. Die neun von dpa-AFX befragten Analysten hatten Erlöse von 6,8 Mrd. Euro erwartet.

Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ohne Einmaleffekte stieg um 25 Prozent auf 415 Mio. Euro, erwartet waren 478 Mio. Euro. Aus diesem Wert sind Sonderposten wie Gewinne durch Unternehmensverkäufe von 260 Mio. Euro und Belastungen durch eine Kartellstrafe in Frankreich herausgerechnet. Gegen die französische KlöCo-Tochter war wegen illegaler Preisabsprachen eine unerwartet hohe Strafe von 169 Mio. Euro verhängt worden. Dagegen will sich das Unternehmen zwar vor Gericht wehren, verbuchte aber Belastungen von 79 Mio. Euro bereits in der Bilanz für 2008. Mit diesen Sondereffekten liegt das EBITDA bei 595 Mio. Euro, eine Steigerung von 60 Prozent.

Die abgesetzte Stahlmenge sank auch wegen des Verkaufs der kanadischen Tochter Namasco um acht Prozent auf sechs Mio. Tonnen. Die Nettoverschuldung ging von ihrem Höhepunkt Ende des zweiten Quartals 2008 durch Verkäufe und den Abbau von Lagervorräten von gut einer Milliarde Euro auf 570 Mio. zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%