Stahlbranche
KlöCo peilt 2010 wieder Gewinn an

Stahlhändler und-hersteller leiden massiv unter der Wirtschaftskrise. Branchenriese Thyssen-Krupp kündigte unlängst harte Sparmaßnahmen an. Auch die Stahlhändler von Kloeckner & Co erwarten zunächst einen deutlichen Umsatzeinbruch - doch schon im kommenden Jahr sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.
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HB FRANKFURT. Der Stahlhändler Kloeckner & Co. (KlöCo) erwartet einen Umsatzeinbruch und einen hohen Verlust im laufenden Jahr. 2010 will der neue Konzernchef Gisbert Rühl trotz anhaltender Stahlkrise wieder die Gewinnzone erreichen. An der Strategie seines Vorgängers Thomas Ludwig will er festhalten und in absehbarer Zeit wieder Zukäufe präsentieren.

"In diesem Jahr müssen wir mit einem Umsatzrückgang um die 40 Prozent rechnen", sagte Rühl der "Börsen-Zeitung". "Das Ergebnis im Gesamtjahr wird deutlich negativ sein." Für das kommende Jahr gehe er dann von schwarzen Zahlen aus. Die erst für 2011 angepeilte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von mindestens sechs Prozent werde 2010 voraussichtlich noch nicht erreicht.

Das kommende Jahr wird nach Worten des Managers "noch ein sehr schwieriges" mit einer "wohl nur graduell positiven" Mengenentwicklung und keinen großen Preissteigerungen. Rühl sprach von einer fragilen Marktsituation. So seien nach einem "sehr guten" Septembergeschäft aktuell die Preise und Mengen wieder unter Druck geraten.

Die geplanten Schritte zur Bewältigung der Krise bezeichnete der neue Konzernchef als abgeschlossen. Bis zur Jahresmitte hatte das Unternehmen binnen eines Dreivierteljahres 1300 Stellen abgebaut. Das Ziel, die Kosten in diesem Jahr um 100 Mio. Euro zu senken, wird KlöCo Rühls Worten zufolge übertreffen.

Der frühere Finanzvorstand wechselt zum 1. November an die Konzernspitze. Er will die Krise nutzen, um die Übernahmetätigkeit des Stahlhändlers wiederzubeleben. Dazu gebe es Gespräche "an mehreren Stellen", Ergebnisse sollen in den kommenden Monaten vorgelegt werden. Im Blick hat KlöCo insbesondere Firmen in Europa und Nordamerika, und zwar mit einem Umsatz von mehr als 500 Mio. Euro.

Langfristig steckt sich Rühl ehrgeizige Wachstumsziele. So will er den Konzern in den nächsten fünf Jahren zum mit Abstand größten unabhängigen Stahl- und Metallhändler in Europa und Nordamerika machen. "Das heißt unter anderem, dass wir beim Umsatz in dieser Zeit mindestens von einer Verdopplung ausgehen", sagte er.

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