Stahlbranche
Krise drückt Arcelor-Mittal in die roten Zahlen

Belastet von Abschreibungen ist der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor-Mittal im abgelaufenen Quartal in die Verlustzone gerutscht. Der Fehlbetrag belief sich auf 2,6 Mrd. Dollar, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 2,4 Mrd. Dollar in den Büchern.

LUXEMBURG. Ungeachtet des Verlusts bemühte sich Vorstandschef Lakshmi Mittal darum, Zuversicht zu verbreiten. Im kommenden Quartal werde eine Erholung einsetzen. Finanzvorstand Aditya Mittal führte die roten Zahlen im Schlussquartal auf die Branchenkrise zurück, die Abschreibungen vor allem auf die Vorräte nötig gemacht hätten. Die Wertberichtigungen summierten sich auf 4,4 Mrd. Dollar. "Weitere Abschreibungen erwarte ich in diesem Jahr nicht mehr", sagte der Finanzchef. Die Stahlpreise hätten ihren Boden gefunden, in China gebe es sogar eine leichte Erholung. Arcelor-Mittal leidet wie andere Stahlfirmen unter einem nie da gewesenen Nachfrageeinbruch. Vor allem Kunden aus der Bau- und Automobilindustrie halten sich mit Bestellungen zurück und bauten stattdessen im vierten Quartal ihre Lagerbestände an Stahl und Eisen ab.

Trotz der massiv gedrosselten Produktion blieb der Konzern mit einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 2,8 Mrd. Dollar operativ im grünen Bereich, auch wenn der Wert deutlich unter den Ergebnissen der Vorquartale liegt. Angesichts der Produktionskürzungen, die im laufenden Quartal ausgeweitet werden sollen, rechnet der Konzern für die laufende Periode mit einem Rückgang auf eine Mrd. Dollar. "Das erste Quartal wird das schwächste im ganzen Jahr", sagte Aditya Mittal.

Für den weiteren Jahresverlauf erwartet der Konzern eine Erholung, da die Kunden ihre Lager wieder auffüllen müssten. Die Produktionskürzung werde daher nicht auf dem Niveau bleiben, das man derzeit sehe, sagte Lakshmi Mittal. Bereits im zweiten Quartal werde eine Belebung der Nachfrage einsetzen.

In der Krise legt die Konzernführung den Fokus auf seine Liquidität. Um diese zu schonen, werden die Investitionen um ein Drittel auf drei Mrd. Dollar gesenkt. Dies ist Teil der Maßnahmen, um die Verbindlichkeiten bis zum Jahresende um zehn Mrd. Dollar zurückzufahren. Da davon bereits sechs Mrd. Dollar realisiert seien, sei er zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen, sagte Aditya type="person" value="Mittal, Aditya">Mittal. Zum Jahreswechsel lasteten Schulden in Höhe von 26,5 Mrd. Dollar auf dem Konzern. Das Bankhaus Cheuvreux hob die "starke Kapitaldisziplin" hervor. Es sei positiv, dass die Schulden reduziert würden, sagte Analyst Brian Scheidt. Die Aktie legt zwischenzeitlich um knapp sieben Prozent zu. mur

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