Stahlbranche
Nippon und JFE Steel drosseln Produktion

Die japanischen Stahlgiganten leiden unter der Katastrophe: Weil die heimischen Autobauer ihre Fertigung runterfahren, müssen die beiden Konzerne ihre Produktion drosseln. Das drückt Nippon Steel in die roten Zahlen.
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TokioDie beiden japanischen Stahlkonzerne Nippon Steel und JFE Steel wollen einem Zeitungsbericht zufolge ihre Produktion drosseln. Die Nummer vier und fünf in der Welt unter den Stahlkonzernen planten eine Kürzung um fünf Prozent, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Donnerstag.

Hintergrund seien die Probleme bei den heimischen Autobauern im Zuge des verheerenden Erdbebens im März. Toyota und seine inländischen Konkurrenten haben wegen der anhaltenden Lieferengpässe nach dem Tsunami die Fertigung heruntergefahren. Wegen der Katastrophe kann Toyota derzeit nur halb so viele Autos herstellen wie im Normalbetrieb.

Bei Nippon Steel machen sich die Auswirkungen des Japan-Bebens in den Quartalszahlen bemerkbar - der Stahlhersteller rutscht in die roten Zahlen. Im abgelaufenen vierten Quartal habe sich ein Fehlbetrag von 11,2 Milliarden Yen (umgerechnet rund 93 Millionen Euro) ergeben, teilte das japanische Unternehmen am Donnerstag mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konkurrent von asiatischen Stahlherstellern wie POSCO und Baosteel einen Gewinn von 285 Millionen Euro erzielt. Fürs Geschäftsjahr 2011/2012 gab der Konzern keinen Ausblick. Die Nippon-Steel-Aktie legte zwei Prozent zu.

Die japanische Wirtschaft ist durch die Folgen der Naturkatastrophe stark in Mitleidenschaft gezogen - die Industrieproduktion ist im März so stark eingebrochen wie nie zuvor. Wie die Regierung am Donnerstag in Tokio mitteilte, betrug der saisonbereinigte Rückgang im Vergleich zum Vormonat 15,3 Prozent. Dies ist das höchste Minus seitdem die Daten aufgezeichnet werden. Experten hatten mit einem Minus von rund 11,4 Prozent gerechnet. Im April und Mai soll die Produktion wieder zulegen.

Nach Angaben der Agentur Kyodo musste allein die Autoindustrie einen Produktionsrückgang um gut 57 Prozent hinnehmen. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März zerstörten viele Produktionsstätten und unterbrachen Zulieferketten. Die Arbeitslosenquote blieb im März unverändert bei 4,6 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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