Stahlbranche
Pipelinebau sorgt für mehr Umsatz

Akzente gegen den Trend: Während die Stahlbranche in diesem Jahr den stärksten Rückgang der Rohstahlproduktion seit Ende des Zweiten Weltkrieges hinnehmen musste, stieg die Nachfrage nach Röhren an. Pipeline-Großprojekte bringen den Herstellern Aufträge – und das Geschäft mit den Röhren könnte weiter anziehen.

KÖLN. Sachsen wird zum Knotenpunkt für Erdgasleitungen. Im vergangenen Monat gab die Landesdirektion gleich zweimal grünes Licht für neue Pipelines: Zunächst schloss sie das Raumordnungsverfahren ab für 140 Kilometer der „Met“ (Mitteleuropäische Transversale), das den Verlauf der Trasse bestimmt. Nur wenige Tage später gab sie mit dem Planfeststellungsbeschluss den Startschuss für den Bau von 50 Kilometern Strecke der Ergasfernleitung „Opal“ (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung).

Das Bundesland steht stellvertretend für den wachsenden Bedarf an Pipelines in Europa und Asien. „Die Nachfrage resultiert aus der weltweiten Bevölkerungsentwicklung und dem deshalb steigenden Energiebedarf“, sagt Wolfgang Eging, Vorstand Röhren beim Stahlkonzern Salzgitter. Die neuen Pipelines beschäftigen nicht nur die Energieversorger, auch für die Stahlbranche sind sie ein großer Hoffnungsträger. Denn in diesem Jahr musste die Branche den stärksten Rückgang der Rohstahlproduktion seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hinnehmen. Das Marktsegment der Pipelines setzt dabei Akzente gegen den Trend.

Der Umsatz mit Röhren betrug bei Salzgitter im Jahr 2008 rund 2,9 Mrd. Euro. Rund 20 Prozent der gesamten Stahlproduktion des Konzerns fließen in die Herstellung von Pipelines und großen Leitungsrohren, Tendenz steigend. Das Geschäft mit den Röhren könnte weiter anziehen. Experten schätzen, dass bis 2013 weltweit rund 200 000 Kilometer Pipelines gebaut werden. „Die Erdgas-Nachfrage wird allein in Westeuropa von 500 auf 700 bis 800 Milliarden Kubikmeter steigen“, sagt Met-Projektleiter Jürgen Grönner vom Versorger RWE.

Zwei große Pipeline-Projekte sollen helfen, das begehrte Erdgas nach Europa leiten. „Nabucco“ soll den Rohstoff aus Asien anliefern und dabei vom Iran über die Türkei verlaufen. So wollen die Europäer mehr Unabhängigkeit von Russland erlangen. Die Russen treiben hingegen „South Stream“ voran. Diese Pipeline soll durch das Schwarze Meer nach Europa führen. Nabucco soll 2013 fertig gestellt werden, South Stream 2016. „Wir rechnen mit weiterer Nachfrage durch den Bau dieser beiden Leitungen“, sagt Ute Engel, Sprecherin der Dillinger Hütte.

Die Dillinger Hütte macht schon jetzt gute Geschäfte mit dem Pipelinebau. Bei der 1 700 Kilometer langen transkaukasischen Pipeline von Baku in Aserbaidschan bis ins türkische Ceyhan kamen 63 000 Tonnen Stahl aus Dillingen zum Einsatz.

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