Stahlbranche: Posco schert mit Kapazitätsausbau aus

Stahlbranche
Posco schert mit Kapazitätsausbau aus

Der südkoreanische Stahlkonzern Posco schlägt ungeachtet der Branchenflaute einen aggressiven Wachstumskurs ein. Mit einem aufgepolsterten Investitionsbudget will der weltweit viertgrößte Hüttenbetreiber die Konkurrenz aus Japan überflügeln und zu Marktführer Arcelor-Mittal aufschließen.

DÜSSELDORF. Geplant sei, die jährliche Kapazität innerhalb von drei Jahren um rund zehn Mio. Tonnen Stahl zu erhöhen, sagte Finanzvorstand Park Ki-Hong am Donnerstag bei der Bilanzvorlage. Die Gesamtkapazität soll sich damit auf rund 43 Mio. Tonnen erhöhen; Posco könnte damit fast den kompletten Stahlbedarf Deutschlands decken.

Um das Ziel zu erreichen, sollen die Investitionen im laufenden Jahr um 50 Prozent auf bis zu 4,3 Mrd. Euro angehoben werden. Dazu plant Posco auch die Aufnahme neuer Schulden in Höhe von rund 1,1 Mrd. Euro. Der weitaus größte Teil der Investitionen soll in die Erweiterung der heimischen Produktion fließen; lediglich ein Fünftel ist für Auslandprojekte reserviert.

Mit der Aufstockung seiner Ausgaben nimmt Posco eine Sonderrolle ein. Thyssen-Krupp, Salzgitter und auch Arcelor fahren ihre jeweiligen Budgets für das laufende Jahr zurück. Bei den Investoren stieß der kostspielige Expansionsplan auf negative Resonanz, an der Börse gab die Posco-Aktie massiv ab. Hintergrund ist die Sorge, dass der Konzern mit den neuen Kapazitäten in einen einbrechenden Markt stößt. Vor allem die Auto- und Bauindustrie sowie Werften dampfen ihre Bestellungen ein.

Korea setzt vor allem die sinkende Nachfrage nach Autos und Schiffen zu; beides sind wichtige Exportgüter. Branchenexperten meinen daher, dass die hohen Investitionen von Posco in den Heimatmarkt auf Druck der Regierung getätigt werden. „Als zweitgrößter Industriekonzern des Landes ist Posco eng an die Politik gebunden“, sagte ein Experte, der Einblick in den Konzern hat.Kritik an den Investitionen wies Park zurück. Ziel sei es, Posco zum ersten Spieler im Stahlmarkt zu machen. Dies sei der Grund für die Ausgaben.

Unter der Führung von Vorstandschef Lee Ku Taek, 62, hat sich Posco in den vergangenen Jahren bereits in die Gruppe der führenden Stahlproduzenten hochgearbeitet. Mit dem globalen Konjunkturabschwung kommt der Konzern unter Druck; das erste Quartal soll das schlechteste seit Firmengründung vor 40 Jahren werden. Dies gilt als ein Grund, warum Lee nach acht Jahren seinen Posten zur Hauptversammlung Ende Februar räumen wird. Ein Nachfolger wurde zunächst nicht benannt.

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