Stahlbranche
Rio Tinto gibt den Stahlton an

Der Bergbauriese Rio Tinto wird die Preise für Eisenerze um ein Drittel senken. Grund: die Wirtschaftskrise. Damit ist eine richtungweisende Entscheidung für die gesamte Stahlbranche gefallen. Doch der Jubel bei den Stahlkochern dürfte sich in Grenzen halten. Zumal Stahlhändler wie Klöckner und Co die alten Boomzeiten auf längere Sicht abgeschrieben haben - und das Preisniveau weiter hoch bleibt.

mur/HB SYDNEY. Der Bergbauriese Rio Tinto hat seine Eisenerzpreise im Zuge der Wirtschaftskrise um ein Drittel gesenkt und damit einen Richtwert für die gesamte Branche vorgegeben. Die bekanntgegebene Einigung mit dem japanischen Stahlkonzern Nippon Steel kam nach langandauernden Verhandlungen zustande und gilt rückwirkend zum 1. April. Es ist der erste Preisverfall bei Eisenerz seit sieben Jahren, da die Nachfrage nach dem Stahl-Ausgangsstoff im Zuge der Wirtschaftskrise rund um den Globus eingebrochen ist.

Der Preisrückgang liegt in etwa in dem Bereich, den Analysten vorhergesagt hatten. Einige Stahlhersteller wie der chinesische Konzern Baosteel haben hingegen eine Reduzierung um 40 bis 50 Prozent gefordert, womit die Verdopplung der Preise für einige Erze aus dem Vorjahr praktisch rückgängig gemacht würde. Wenn Rio-Rivale BHP Billiton den Rio-Abschluss wie üblich übernimmt, dürfte es für Baosteel aber schwierig werden, diese Forderungen durchzusetzen. Auch der deutsche Thyssen-Krupp-Konzern strebt bisher eine Halbierung der Eisenerzpreise an.

Zunächst hört sich ein Abschlag von 37 Prozent nach einem ordentlichen Erfolg an; wirft man aber einen Blick auf die vergangenen Jahre, wird schnell klar: Der Eisenerzpreis ist weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die bis April 2010 gelten Preise sind die zweithöchsten in der Geschichte.

Die Stahlindustrie steht also weiterhin unter Handlungsdruck Sie muss sich bemühen, ihre Kosten in den Griff zu bekommen, da eine dauerhafte Entlastung beim Rohstoffeinkauf nicht möglich sein wird. Wie schmerzlich diese Einsparungen sein werden, zeigt sich am Beispiel von Thyssen-Krupp.

Nur nach einem harten Kampf konnten sich Vorstand und Betriebsräte auf eine neue Struktur für den Ruhrkonzern einigen. Angesichts von langfristig wieder steigenden Rohstoffkosten müssen sich die Mitarbeiter auf weitere Einschnitte einstellen müssen.</

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