Stahlbranche
Röhrengigant Tenaris bietet für US-Konzern Maverick

In der Stahlbranche bahnt sich eine weitere Großübernahme an. Der Röhrenkonzern Tenaris hat am gestrigen Dienstag ein Barangebot über 3,2 Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) für den US-Konkurrenten Maverick Tubes vorgelegt.

BUENOS AIRES / DÜSSELDORF. Die von der argentinischen Techint-Gruppe kontrollierte Holding Tenaris mit Sitz in Luxemburg würde mit dem Zukauf ihre führende Position weiter ausbauen. Schon heute hat das Unternehmen bei nahtlosen Röhren für die Öl- und Gasindustrie einen Weltmarktanteil von 19 Prozent. Auf Platz zwei der Rangliste folgt der französische Konzern Vallourec mit einem Anteil von 13 Prozent. An Vallourec ist der niedersächsische Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter mit 17,2 Prozent beteiligt.

Tenaris hat in den letzten Jahren stark international expandiert. Der US-Markt, den das Unternehmen jetzt mit der Übernahme von Maverick angreift, war das letzte große Puzzlestück für eine global ausgewogene Präsenz. „Mit Maverick gewinnen wir vollen Zugang zum Energiemarkt in Kanada und den USA“, erklärte Tenaris-Präsident Paolo Rocca. Die Hauptstandbeine der Holding mit mehr als 14 000 Mitarbeitern weltweit sind bisher Dalmine in Italien, Siderca in Argentinien und Tamsa in Mexiko. Außerdem gehören zu Tenaris die Fabriken Confab in Brasilien, Algoma Tubes in Kanada, NKK Tubes in Japan und Tavsa in Venezuela sowie ein Netzwerk von Service-Zentren in mehr als 20 Ländern.

Tenaris bietet 65 Dollar je Maverick-Aktie. Der Übernahmepreis entspricht einem Aufschlag von 42 Prozent auf den letzten Börsenkurs von Montagabend. Analysten bezeichneten die Prämie als „recht hoch“. Tenaris zahle knapp das Siebenfache des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). „Der Kaufpreis liegt am oberen Ende der aktuellen Unternehmensbewertungen für die Röhrenhersteller“, sagte Michael Broeker vom Wertpapierdienstleister Steubing AG in Frankfurt. Die Tenaris-Aktie verlor in Buenos Aires fast sechs Prozent. Die Maverick-Aktionäre und die Aufsichtsbehörden müssen noch grünes Licht für die Übernahme geben. Die Finanzierung dürfte hingegen keine Probleme bereiten. Tenaris ist dank des derzeitigen Booms in der Energiebranche gut bei Kasse und deshalb in der Lage, den Kaufpreis überwiegend mit Barmitteln zu begleichen.

Im ersten Quartal erzielte Tenaris eine Nettogewinnmarge von 24 Prozent, Maverick kam auf 13 Prozent. Gemeinsam würden die Unternehmen einen Umsatz von rund sieben Mrd. Euro erreichen, mehr als 70 Prozent davon würde Tenaris beisteuern. Den Nettogewinn des fusionierten Konzerns taxieren Analysten auf rund 1,4 Mrd. Euro.

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