Stahlbranche
Salzgitter hofft auf Erholung ab Herbst

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter ist wegen der anhaltend schwachen Stahlnachfrage wie erwartet mit roten Zahlen ins Jahr gestartet. Unter dem Strich sei im ersten Quartal auch wegen weiterer Vorratsabwertungen ein Verlust von 74,1 Mio. Euro angefallen, teilte der Konzern mit.

FRANKFURT. Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter hofft weiter auf eine Geschäftsbelebung noch in diesem Jahr. Der Lagerabbau bei den Kunden werde sich noch bis nach den Sommerferien hinziehen, sagte Vorstandschef Wolfgang Leese dem Handelsblatt. Ab September oder Oktober dürfte die Nachfrage dann aber wieder anziehen. „So schnell wie es bergab ging, so schnell kann es dann wieder aufwärts gehen“, sagte Leese.

Salzgitter leidet wie sein Konkurrent Thyssen-Krupp und der Stahlhändler Klöckner & Co unter einem drastisch gesunkenen Absatz. Vor allem die Kunden aus der Bau-, Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie haben ihre Bestellungen reduziert und decken den Bedarf stattdessen aus eigenen Lagerbeständen.

Die davon ausgelöste Nachfrageflaute hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz des zweitgrößten deutschen Stahlkochers. Der Umsatz schrumpfte im Auftaktquartal um ein Viertel auf 2,2 Mrd. Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 74,1 Mio. Euro nach einem Überschuss von 194,9 Mio. Euro im Vorjahr. Zum Rückgang trugen Abschreibungen von rund 100 Mio. Euro auf die Vorräte bei.

Eine Erholung im laufenden Vierteljahr erwartet Leese nicht. „Es gibt keine signifikante Veränderung zum ersten Quartal.“ Auch einen Fehlbetrag im Gesamtjahr schloss der Salzgitter-Chef nicht aus. Im Jahr 2008 hatten die Niedersachsen einen Überschuss von 677 Mio. Euro ausgewiesen.

Auf Verluste müssen sich auch die Aktionäre von Klöckner & Co einstellen. Das Duisburger Unternehmen hielt sich zwar mit einer Prognose für das Jahr zurück, deutete aber an, dass schwarze Zahlen zunehmend unwahrscheinlicher werden. Das Geschäft entwickelt sich offenbar schwächer als noch im April erwartet. In einem „worst-case“-Szenario hatte der Vorstand damals für das Gesamtjahr operativ einen Gewinn in Aussicht gestellt.

Im ersten Quartal sank aber das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 109 Mio. auf minus 132 Mio. Euro und der Umsatz um 34 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Der Rückgang war damit höher als erwartet. Fortschritte machte der Konzern bei seiner Finanzausstattung. Die Kreditstruktur sei im Mai neu geordnet worden und nun stünden 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung, sagte Vorstandschef Thomas Ludwig. Wie Salzgitter-Chef Leese glaubt auch er, dass die Stahlpreise nun am Boden angekommen seien. Die Gefahr von weiteren Abschreibungen ist damit gesunken. „Ich erwarte nicht, dass da noch was nachkommt“, sagte Leese.

Ungeachtet der Verluste im ersten Quartal legten die Aktien von Klöckner und Salzgitter gestern deutlich zu. Analysten zeigten sich erleichtert, da nach der Gewinnwarnung von Thyssen negative Überraschungen ausgebliebenen seien.

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