Stahlbranche
Stahlkonzerne senken ihre Kosten massiv

Die Preise brechen ein, neue Aufträge bleiben aus: Der Abschwung trifft die Stahlproduzenten hart. Nach Arcelor-Mittal und der Tata-Tochter Corus wollen auch Thyssen-Krupp und die Salzgitter AG sparen.

DÜSSELDORF. Die Stahlkonzerne reagieren mit verschärften Sparmaßnahmen auf den massiven Einbruch der Stahlpreise und das Ausbleiben neuer Aufträge. Dem Spardruck kann sich aus Sicht von Experten kein Stahlproduzent entziehen, auch wenn es einige härter als andere trifft. "Überraschend ist, wie schnell und hart der Abschwung gekommen ist", sagt Alexander Malkwitz, Stahlexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Vor allem Automobilkonzerne und zunehmend auch Maschinenbauer halten sich mit ihren Bestellungen zurück.

Wegbereiter für das neue Kostenbewusstsein der Branche ist Weltmarktführer Arcelor-Mittal, der ein im September angekündigtes Sparprogramm kürzlich ausweitete. Statt vier müssen die Kosten nun um fünf Mrd. Dollar gesenkt werden. Mit den Einschnitten will Konzerngründer Lakshmi Mittal auch Doppelstrukturen in der Verwaltung beseitigen, die durch die beispiellose Einkaufstour der vergangenen Jahre entstanden sind. Mittal schuf damit zwar den weltgrößten Hüttenbetreiber, zugleich sind in einigen Bereichen aber die Kosten massiv gestiegen.

Den Abschwung nutzt der Branchenprimus nun, um diese zu beseitigen. "Die Finanzkrise ist ein guter Initiator, um unbequeme und notwendige Entscheidung zu fällen", sagt Peter Berggren von der Beratungsgesellschaft Accenture.

Dies gilt auch für Thyssen-Krupp. Deutschlands Marktführer setzt vor allem die Absatzflaute in der Automobilindustrie unter Zugzwang, da diese rund 40 Prozent des Stahls abnimmt. Dem Vernehmen nach beläuft sich das Einsparziel bei Thyssen-Krupp auf rund eine Mrd. Euro, wobei es keinen Stellenabbau geben soll.

Die Manager seien aufgerufen worden, Vorschläge zu unterbreiten, bevor der Aufsichtsrat eine Entscheidung über das Maßnahmenpaket fälle, hieß es im Konzern. Erwartet wird, dass künftig einige Aufgaben der verästelten Gesellschaft in der Holding konzentriert werden könnten. Thyssen-Krupp äußerte sich mit Verweis auf die Bilanzvorlage am Freitag nicht dazu.

Mit ihren Sparplänen stehen Arcelor-Mittal und Thyssen-Krupp nicht alleine: So verschrieb die indische Tata-Gruppe ihrer europäischen Tochter Corus einen Sparkurs, der auch den Abbau von Arbeitsplätzen vorsieht.

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