Stahlfusion
Arcelor und Mittal stehen offenbar kurz vor Einigung

Die beiden größten Stahlkonzerne der Welt, Mittal und Arcelor, haben sich laut zweier Zeitungsberichte grundsätzlich auf eine Fusion geeinigt. Damit endet ein monatelanger Kampf, in dessen Verlauf Arcelor offenbar wesentlich bessere Konditionen für sich heraushandeln konnte.

HB PARIS. Nach zehntägigen Verhandlungen müssten sich beide Seiten nur noch auf den endgültigen Preis für Arcelor einigen, berichtete „La Tribune“ am Freitag auf ihrer Internet-Seite unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Der Stahlmagnat Lakshmi Mittal habe unter anderem Zugeständnisse bei der Strategie gemacht. Arcelor-Chef Guy Dolle könne ein Zusammengehen der Firmen am Sonntag dem Board empfehlen. Beide Unternehmen waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der bislang weltgrößte Stahlkonzern Arcelor wehrt sich seit Monaten gegen den Versuch einer Übernahme durch Mittal. Um dem Zusammenschluss zu entgehen, hatte sich Arcelor an den größten russischen Stahlkocher Severstal gewandt und eine Fusion erwogen.

Arcelor hatte für Sonntag eine Entscheidung über die Angebote von Mittal und Severstal angekündigt. Zuvor hatte Severstal sein Angebot nachgebessert. Nach Einschätzung von Branchenexperten war dadurch der Druck auf Mittal gewachsen, die eigene Offerte für Arcelor von rund 23 Mrd. Euro anzuheben.

„Wall Street Journal“ bestätigt Angaben

Auch das „Wall Street Journal“ schreibt in seiner Freitagsausgabe unter Berufung auf Personen, die mit der Materie vertraut sind, dass Mittal ihr Gebot für Arcelor ein zweites Mal verbessern will. Ziel sei es, aus dem bislang feindlichen Übernahmebestreben ein freundliches zu machen. Mittal befinde sich dem WSJ zufolge derzeit mit Arcelor in fortgeschrittenen Verhandlungsgesprächen und wolle ihre Offerte entweder durch die Erhöhung der Barkomponente oder der Aktienkomponente oder beider ein weiteres Mal aufbessern. Den WSJ-Kreisen zufolge solle die Arcelor-Aktie durch die neue Offerte womöglich mit mehr als 40 Euro bewertet werden. Am Freitagmorgen lag der Kurs um die 35 Euro.

Die Luxemburger könnten aus diesem Deal mit mehr als der Hälfte des fusionierten Unternehmens hervorgehen sowie den neu gegründeten Aufsichtsrat zum Großteil führen und sogar CEO Guy Dolle auf seiner Position halten, so die US- Zeitung weiter.

Das französische Blatt berichtet von Arcelor-Bedingungen, die Mittal offenbar akzeptieren werde. Diesen zufolge soll Arcelor-Chairman Joseph Kinsch dem fusionierte Board vorsitzen, während Mittal-CEO Lakshmi Mittal Co-President werden würde. In der WSJ wird Mittal als Chairman oder President gehandelt.

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