Stahlgeschäft
Voestalpine-Chef erwartet volle Auslastung

Firmenchef Wolfgang Eder sieht die Nachfragedelle im Stahlgeschäft überwunden. Im kommenden Halbjahr rechnet der Stahlkonzern Voestalpine mit einer deutlich besseren Auftragslage.
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WienDer Stahl- und Industriekonzern Voestalpine rechnet im kommenden halben Jahr mit einem deutlich anziehenden Stahlgeschäft. Unterstützt durch Preiserhöhungen werde sich der zuletzt durch die Wirtschaftsflaute in Mitleidenschaft gezogene Bereich während des im April begonnenen Geschäftsjahrs erholen, sagte Firmenchef Wolfgang Eder am Donnerstag in Wien. „Ich traue mir zu sagen, das erste Halbjahr des neuen Geschäftsjahres wird deutlich besser sein als das zweites Halbjahr 2011/12.“ Das Stahlgeschäft, in dem die Firma ihre Kunden etwa mit Flachstählen oder Grobblechen beliefert, macht gut eine Drittel des Konzernumsatzes aus.

Im vergangenen Winter hatten viele Stahlkonzerne wegen einer Nachfragedelle durch die Schuldenkrise ihre Kapazitäten gekürzt. Nun müssen die Kunden ihre Läger jedoch wieder füllen und bescheren den Konzernen gute Geschäfte. Auch die deutsche Stahlindustrie mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp oder Salzgitter sieht Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage.

In den drei anderen Voestalpine-Geschäftsbereichen erwartet Eder eine stabile Entwicklung. Er rechne bei Umsatz und Ergebnis mit einem „Fortschreiben dessen, was wir in den letzten drei Quartalen gesehen haben.“ Große Hoffnungen macht sich der Konzern auf einen Zuschlag für die Lieferung von Rohren für Tiefseepipelines in Brasilien.

Der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras will die gigantischen Ölreserven vor der Küste des Landes erschließen und dafür Pipelines auf einer Meerestiefe von 3500 bis 4000 Meter verlegen. Der Linzer Konzern sei derzeit in „weitgehend exklusiven“ Verhandlungen mit Petrobras, sagte Eder. Bis das Unternehmen die Produkte liefern könne, die dem großen Druck in der Tiefe standhalten, dauere es zwar voraussichtlich noch zwei Jahre.

Dennoch sei er optimistisch. „Da gibt es eine Reihe von Projekten, die vor der Vergabe stehen - da rechnen wir uns sehr gute Chancen aus.“ Auch anderswo könnte die Voestalpine bei der Lieferung von Unterwasserpipelines zum Zug kommen: Das Unternehmen führe bereits Vorgespräche für einen möglichen Auftrag für die geplante Southstream-Pipeline, die teilweise durch das Schwarze Meer gehen könnte.

Derzeit erwirtschaftet die Voestalpine rund ein Viertel ihres Umsatzes von knapp 12 Milliarden Euro außerhalb Europas. In den kommenden zehn Jahren soll dieser Anteil angesichts der Wachstumsmöglichkeiten in aufstrebenden Volkswirtschaften in Südamerika und Asien auf 45 bis 50 Prozent steigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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