Industrie

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Stahlgigant schwächelt: Arcelor-Mittal macht Milliardenverlust

Es war ein schwieriges Jahr für die Branche: 2012 sank der Umsatz des weltgrößten Stahlherstellers Arcelor-Mittal drastisch. Vor allem das Schlussquartal lief schlecht. Ein Grund ist die schwache Nachfrage in Europa.

„2012 war ein sehr schwieriges Jahr für die Stahlindustrie“ Quelle: dpa
„2012 war ein sehr schwieriges Jahr für die Stahlindustrie“ Quelle: dpa

BrüsselDie Schuldenkrise in Europa und die Wirtschaftsflaute in China haben dem weltgrößten Stahlkonzern Arcelor-Mittal im vergangenen Jahr einen milliardenschweren Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 3,73 Milliarden Dollar in den Büchern, nach einem Gewinn von 2,26 Milliarden 2011, wie der Thyssen-Krupp-Konkurrent am Mittwoch mitteilte. Für das laufende Jahr zeigte sich der Branchenprimus wieder optimistischer: Der Einbruch in Europa werde sich abbremsen und auf den wichtigen Märkten in China und Brasilien springe der Wachstumsmotor wieder an.

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Das Ergebnis im Kerngeschäft werde daher 2013 wieder über dem Wert des abgelaufenen Jahres liegen, teilte der Konzern mit. 2012 brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um rund 30 Prozent auf 7,08 Milliarden Dollar ein und fiel damit auf den zweitniedrigsten Wert in der Firmengeschichte. Beim Umsatz verbuchte der Stahlriese 2012 einen Rückgang um mehr als zehn Prozent auf 84,2 Milliarden Dollar.

Nach Absatzschwäche Deutsche Stahlindustrie hofft auf Erholung

Die Zeichen für eine Stabilisierung der Branche hätten sich verdichtet.

Erste positive Anzeichen seien schon erkennbar: So hätten die Stahllieferungen im ersten Quartal im Vergleich zum Schlussquartal wieder angezogen. Für das Gesamtjahr rechnet Arcelor-Mittal hier mit einem Plus von zwei bis drei Prozent. Dank eines Sparplans werde pro Tonne auch wieder ein höherer Gewinn herausspringen.

In Europa erwartet Arcelor-Mittal nur noch einen Nachfragerückgang um ein Prozent, nachdem diese 2012 um 8,8 Prozent eingebrochen war. Der in Luxemburg ansässige Konzern hatte deshalb schon Hochöfen in Frankreich und Belgien geschlossen. Vor allem in den hochverschuldeten südeuropäischen Staaten steckt die Schwerindustrie in der Krise. Bereits im vierten Quartal schrieb der Branchenprimus daher auf den Wert seines Europageschäfts 4,3 Milliarden Dollar ab, was den hohen Verlust im Gesamtjahr verursachte.

Fördergebiete Wo die Rohstoffe für Edelstahl liegen

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Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit einem noch stärkeren Ergebniseinbruch gerechnet. An der Börse kam der Ausblick gut an: Die Arcelor-Mittal-Aktien legten um 2,5 Prozent zu. Auch die Papiere des Rivalen Thyssen-Krupp lagen rund zwei Prozent im Plus.

  • 06.02.2013, 10:02 UhrDr.NorbertLeineweber

    Auf fortunanetz standen die Rezessionsmeldungen schon am 30.01 und am 05.02. 2013. Eurozone in der Rezession, USA in der Stagnation. Da braucht man sich um eine sinkende Stahlnachfrage nicht wundern. Und es gilt: Oft sind solche Unternehmensmeldungen ein besserer Konjukturindikator als Stimmungsindikatoren. So ist der GFK-Index positiv, während in Deutschland die Einzelhandelsumsätze um real 4,7% gefallen sind! Das gilt auch für Amerika: ISM positiv und nur plus 4.000 Stellen in der Industrie !

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