Stahlhändler
Klöckner & Co gibt Osteuropageschäft auf

Klöckner & Co macht die schwächelnde Nachfrage in Europa zu schaffen. Der Stahlhändler gibt sein Geschäft in Osteuropa komplett auf, hieß es bei der Hauptversammlung. Der Markt verliere deutlich an Attraktivität.
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Düsseldorf"Aus Osteuropa werden wir uns vollständig zurückziehen", kündigte Vorstandschef Gisbert Rühl am Freitag auf der Hauptversammlung des Konzerns in Düsseldorf laut Redetext an. In den interessanteren Märkten wie Polen oder Tschechien sei die Marktposition des Unternehmens zu unbedeutend, andere Märkte wie Rumänien und Bulgarien verlören deutlich an Attraktivität. "Darüber hinaus sind unsere Aktivitäten zu kleinteilig. Der Absatz von rund 100 Millionen Tonnen verteilt sich auf 13 Standorte, in Deutschland wären es nur zwei." Der Rückzug solle noch in diesem über die Bühne gehen, erläuterte ein Sprecher.

Rühl hatte bereits vor einigen Wochen erklärt, einen Ausstieg aus Osteuropa zu erwägen. Klöckner schreibt in der Region Verluste. Zum Konzernumsatz von zuletzt rund sieben Milliarden Euro tragen die Länder gerade einmal ein Prozent bei.

Dem produzentenunabhängigen Stahlhändler, der unter anderem mit den Handelshäusern von ThyssenKrupp, Salzgitter und Weltmarktführer ArcelorMittal konkurriert, macht die schwächelnde Nachfrage in Europa zu schaffen, während in Nordamerika das Geschäft deutlich besser läuft. Rühl will in Spanien Standorte schließen und den bereits angekündigten konzernweiten Abbau von 700 Arbeitsplätzen möglicherweise noch um weitere 100 ausweiten. Im zweiten Quartal rechnet das Unternehmen aus Duisburg nur mit einer leichten Steigerung des Absatzes. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) peilt Rühl ein Ergebnis von 50 bis 60 Millionen Euro nach 45 Millionen Euro im ersten Quartal an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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