Stahlhersteller
Arcelor-Mittal mit schwachem Ausblick

Die Stimmung in der Stahlbranche wurde gerade wieder besser, nun sorgt Arcelor-Mittal für einen Dämpfer. Die Zahlen für das dritte Quartal lagen im Rahmen der Erwartungen. Der weltgrößte Stahlkonzern erwartet allerdings wegen höherer Rohstoffpreise und sinkender Stahlpreise einen Gewinnrückgang im vierten Quartal.
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HB BRÜSSEL. Die Abschwächung der weltweiten Konjunkturerholung bremst den weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal. Der Branchenprimus bekommt vor allem das langsamere Wachstum in China, das schwache Baugeschäft in den USA und eine gedämpfte Nachfrage in Südeuropa zu spüren. Die Gewinne des Konzerns gehen im Jahresverlauf inzwischen deutlich zurück. Für das aktuelle Quartal stellte der Konzern am Dienstag ein Ergebnis in Aussicht, das deutlich unter den Markterwartungen liegt. Die getrübten Aussichten drückten den Aktienkurs des Stahlriesen um über fünf Prozent nach unten und zogen auch die Papiere der deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp und Salzgitter ins Minus.

Nach einer deutlichen Geschäftsabkühlung im dritten Quartal bleibe die Nachfrage gedämpft, sagte ArcelorMittal-Finanzchef Aditya Mittal. Die Kapazitätsauslastung sei im vergangenen Vierteljahr auf 71 (zweites Quartal: 78) Prozent zurückgegangen und werde voraussichtlich bis Jahresende auf diesem Niveau verharren. Dem Unternehmen macht zudem zu schaffen, dass die Stahlpreise zwar sinken, zugleich aber die Rohstoffkosten steigen. Das schmälert die Ertragskraft.

Im vergangenen Quartal schnitt ArcelorMittal zwar deutlich besser ab als im noch von der Wirtschaftskrise geprägten Vorjahreszeitraum: Der Umsatz lag mit 21,04 Mrd. Dollar sogar über den Schätzungen von Analysten. Aber das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug mit 2,27 Mrd. Dollar 25 Prozent weniger als im zweiten Quartal, als die Stahlbranche vor allem vom starken Bedarf der Autobranche und der boomenden Nachfrage in China profitiert hatte. Für das laufende Schlussvierteljahr erwartet das Management einen weiteren Ergebnis-Rückgang auf 1,5 bis 1,9 Mrd. Dollar. Analysten waren bislang im Schnitt von 2,4 Mrd. ausgegangen.

Die 500 Mrd. Dollar schwere Stahlbranche gilt als wichtiger Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung. Vor einem Aufschwung steigen in der Regel auch die Stahl-Bestellungen. In den Industrieländern sei der Bedarf noch unter dem Niveau vor der Wirtschaftskrise, sagte Vorstandschef Lakshmi Mittal. Und in China schwächt sich das Nachfragewachstum ab. Während das Stahlgeschäft in Nordeuropa und insbesondere in Deutschland gut lief, sprach der Konzern von einer schwachen Nachfrage im Süden Europas. Darunter hatte ArcelorMittal deutlich stärker zu leiden als etwa der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp.

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