Stahlhersteller
Posco kürzt erstmals Produktion

Angesichts des globalen Abschwungs kürzt nun auch der weltweit viertgrößte Stahlkonzern Posco erstmals in seiner Geschichte die Produktion. Damit wächst Experten zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass Stahlhersteller bei den anstehenden Verhandlungen mit Produzenten von Eisenerz Preissenkungen durchsetzen können.

HB SEOUL. Vor Posco hatten schon Firmen wie der Weltmarktführer ArcelorMittal und der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp Produktionskürzungen angekündigt.

Posco werde seinen Ausstoß vorübergehend um etwa zehn Prozent senken, teilte der Konzern am Donnerstag in Seoul mit. Grund seien steigende Lagerbestände und eine sinkende Nachfrage von Auto- und Haushaltsgeräte-Herstellern. "Wir haben die Entscheidung so lange wie möglich hinausgeschoben", erklärte Posco. "Den Schritt heute mussten wir aber gehen, weil Endabnehmer ihre Produktion zum Jahresende hin stoppen und fallende Export-Preise wohl an den Gewinnen nagen werden."

Posco produziert normalerweise pro Monat rund 2,75 Mio. Tonnen Rohstahl. Im Dezember sollen es nun 200 000 Tonnen weniger und im Januar 370 000 Tonnen weniger sein. Erst vor einer Woche hatte Posco eine Verdoppelung seiner Investitionen 2009 auf 3,2 Mrd. Euro angekündigt und damit ein Zeichen gegen die Krisenstimmung in der Branche gesetzt. Unter anderem sollen zwei neue Stahlwerke gebaut werden. Posco erzielt rund 70 Prozent seines Umsatzes im Inland.

Die weltweite Stahlnachfrage war in den vergangen Wochen im Zuge der Konjunktureintrübung deutlich zurückgegangen, weshalb zahlreiche Hersteller auch an Personal und Kosten sparen wollen. Der deutsche Stahlverband hatte erst am Dienstag seine Erwartungen für das laufende Jahr weiter nach unten geschraubt. Auf der Branche lastet auch die Krise bei den Autobauern. Einem Zeitungsbericht vom Dienstag zufolge will der weltgrößte Hersteller Toyota die Stahlpreise um 30 Prozent drücken.

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