Stahlhersteller
Salzgitter mit Gewinnrückgang zum Jahresbeginn

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter blickt trotz eines Gewinnrückgangs zum Jahresauftakt etwas optimistischer als bisher auf das Gesamtjahr. Vor Steuern peilt der Konzern nun einen operativen Gewinn über 900 Mill. Euro an nach 1,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Anleger reagierten dennoch enttäuscht

dpa-afx SALZGITTER. Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter blickt trotz eines Gewinnrückgangs zum Jahresauftakt etwas optimistischer als bisher auf das Gesamtjahr. Vor Steuern peilt der Konzern nun einen operativen Gewinn über 900 Mill. Euro an nach 1,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Bislang hatte er einen Wert zwischen 800 und 950 Mill. Euro in Aussicht gestellt. Allerdings macht dem zweitgrößten deutschen Stahlkocher die "Kostenexplosion" auf der Rohstoffseite zu schaffen: Der Stahlbereich, der bereits im ersten Quartal weniger verdiente, werde den Vorjahresgewinn voraussichtlich nicht erreichen, hieß es bei Veröffentlichung der Quartalszahlen am Donnerstag.

Die Salzgitter-Aktie gab bis nachmittags drei Prozent auf 138,36 Euro nach. Ein Händler zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht von den Zahlen. Zudem hätten Anleger beim Ausblick "viel mehr erwartet".

Im ersten Quartal sank der Gewinn vor Steuern von 325,4 Mill. Euro im Vorjahr auf 291,9 Mill. Euro. Damit blieb der Konzern unter den Markterwartungen: Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 309 Mill. Euro gerechnet. Auf dem europäischen Stahlmarkt habe sich die Nachfrage spürbar belebt, hohe Kosten für Rohstoffe und Energie sowie ein zusätzlicher Materialaufwand hätten aber das Ergebnis belastet, hieß es. Die Stahlkocher mussten in diesem Jahr kräftige Anhebungen für Rohstoffe wie Eisenerz oder Kokskohle akzeptieren - bei letzterem etwa hat sich der Preis verdreifacht. Salzgitter kann wegen einer großen Zahl an Langfristverträgen die Erhöhungen zum Teil nicht komplett an die Kunden weitergeben. Für das kurzfristige Geschäft seien daher die angekündigten Preiserhöhungen zum dritten Quartal besonders wichtig, hieß es.

Unter dem Strich konnte Salzgitter trotz einer geringeren Steuerbelastung mit 194,9 Mill. Euro (VJ: 196,6) den Vorjahresgewinn nicht erreichen. Der Umsatz wuchs zwischen Januar und März auch dank des Beitrags der 2007 übernommenen Klöckner-Werke um 22 Prozent auf 2,902 Mrd. Euro und übertraf damit die Analysten-Schätzungen.

Alle Sparten trugen zu dem Umsatzplus bei. In der Stahlsparte habe der Auftragseingang einen neuen Rekordwert erreicht, der Röhrenbereich habe dank der Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie einen "glänzenden Start" in das neue Geschäftsjahr gehabt. Im Gesamtjahr soll der Gewinn im Röhrengeschäft, der in den ersten drei Monaten zulegte, das Vorjahresniveau erreichen. Im Handel bekam Salzgitter allerdings zum Jahresauftakt die schwächere Nachfrage in Nordamerika zu spüren und rechnet auch für das Gesamtjahr mit einem Gewinnrückgang. Für die neue Sparte Technologie mit den Klöckner-Werken peilt Salzgitter ein Umsatz- und Ergebnisplus an.

Die derzeitigen Rahmenbedingungen für den Salzgitter-Konzern seien als "insgesamt sehr zufriedenstellend zu charakterisieren", hieß es. "Daher wird sich die Geschäftstätigkeit in etwa auf dem erreichten Niveau fortsetzen." Dies setze allerdings ein nachhaltig stabiles Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa voraus. Der Konzern wies in dem Zusammenhang auf eine mögliche Eintrübung der konjunkturellen Lage durch neue Turbulenzen an den Finanzmärkten oder eine anhaltende Stärke des Euro hin. Insgesamt sei für 2008 unverändert von einem "nennenswerten Wachstum" des Konzerns auszugehen, das zu mehr als der Hälfte aus den Gesellschaften der Klöckner-Gruppe resultieren werde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%