Stahlhersteller
Voestalpine lässt die Konkurrenz verglühen

Der österreichische Voestalpine-Konzern hat die Finanz- und Wirtschaftskrise weit hinter sich gelassen. Während die Konkurrenz unter großen Problemen leiden, haben die Linzer ihren operativen Gewinn in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 414 Mio. Euro verzehnfacht.
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WIEN. Während andere Stahlhersteller wie Arcelor-Mittal derzeit Hochöfen befristet abschalten müssen, hat der österreichische Voestalpine-Konzern die Finanz- und Wirtschaftskrise weit hinter sich gelassen. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 (zum 31. März) hat das Unternehmen aus Linz seinen operativen Gewinn (Ebit) auf 414 Mio. Euro verzehnfacht. Nach Steuern bleibt ein Überschuss von 250 Mio. Euro (1. Halbjahr 2009/10: minus 20 Mio. Euro). Der Umsatz hat in den ersten sechs Monaten um ein Viertel auf 5,2 Mrd. Euro zugelegt.

Voestalpine profitiert jetzt immens von der strategischen Entscheidung früherer Jahre, nicht einfach nur Stahl als Massenware, sondern veredelte Produkte wie Eisenbahnschienen und Autoteile zu fertigen. "Wir sind schon lange kein klassischer Stahlkonzern mehr", sagte Vorstandschef Wolfgang Eder am gestrigen Donnerstag in Wien in der Halbjahres-Pressekonferenz. Vor zehn Jahren habe die Stahlproduktion noch etwa zwei Drittel des gesamten Konzernumsatzes ausgemacht, bis heute sei dieser Anteil auf ein Drittel gefallen. "Deshalb hat Voestalpine jetzt die längste Wertschöpfungskette aller Stahlproduzenten", so Eder weiter.

Der Voestalpine-Chef warnte zwar vor möglichen Rückschlagsgefahren etwa durch die Staatsschulden-Probleme innerhalb der Euro-Zone. Gleichwohl sah er einen fortgesetzten Aufwärtstrend für sein Unternehmen. Die Ertragslage wird sich im laufenden Geschäftsjahr entscheidend verbessern. Eder setzte die Gewinnprognose hoch und prophezeite einen operativen Gewinn (Ebit) von 760 Mio. Euro. Das ist mehr als eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2009/10. In Banken und Analysehäusern wird sogar mit 860 Mio. Euro gerechnet.

Voestalpine ist bei den meisten Analysten schon jetzt der Vorzeigewert unter den Stahlherstellern. Citigroup spricht vom "besten Stahltitel in Europa". Thomas Neuhold, Chef des Österreich-Research bei der Bank Austria, hält das Unternehmen für vergleichsweise niedrig bewertet. Da Voestalpine bereits in den vergangenen Jahren die wichtigsten Investitionen hinter sich gebracht habe, sei mit "positiven Gewinnüberraschungen" zu rechnen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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