Stahlindustrie
Hersteller müssen eisern sparen

Die Stahlindustrie hat sich mit den Erzlieferanten auf neue Lieferbedingungen geeinigt. Aber die Abschlüsse bringen keine signifikante Erleichterung für die angeschlagene Stahlbranche. Vielmehr haben die Verhandlungen deutlich gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt.

FRANKFURT. Mit harten Forderungen ist die Stahlindustrie in die Gespräche mit den Erzlieferanten gegangen. Preisabschläge von 50 Prozent und mehr seien angesichts der Branchenflaute nötig, gab unter anderem Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz die Marschrichtung vor.

Doch in den Verhandlungen zeigte sich dann, wer am längeren Hebel sitzt. Japans Stahlfirmen einigten sich zwar mit BHP Billiton auf eine Preiskürzung um ein Drittel. Und über das Wochenende erreichte Weltmarktführer Arcelor-Mittal in den Gespräche mit dem brasilianischen Rohstoffkonzern Vale einen Nachlass von 28,2 Prozent, dem wohl Thyssen-Krupp und Salzgitter folgen werden. Klare Gewinner sind damit aber die Bergbaukonzerne Vale, BHP Billiton und Rio Tinto, die mit ihrer Dominanz die Forderungen der Stahlfirmen abwehren konnten. Denn trotz der kräftigen Abschläge bleiben die Erzpreise auf dem zweithöchsten Niveau in der Geschichte.

Eine ausreichende Entlastung für die Kassen der Stahlproduzenten bringen die Abschlüsse nicht, zumal wichtige Kunden der Stahlkocher die Preise für das Metall nach unten schrauben wollen. "Die Stahlindustrie steckt immer noch in einer Sandwich-Position vor allem mit Blick auf die Fahrzeughersteller", sagt Alexander Malkwitz von der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Volkswagen, Daimler und andere Autohersteller drängen in den laufenden Preisverhandlungen auf niedrigere Stahlpreise. Wie bei Eisenerz gelten diese Verträge für ein Jahr.

Auf ein Entgegenkommen der Autokonzerne können die Stahlfirmen nicht hoffen, hat doch unter anderem Thyssen-Krupp im Boomjahr 2008 laufende Kontrakte nachverhandelt und dabei kräftige Zuschläge durchgesetzt. Die Verärgerung darüber sei bei einigen Kunden noch immer sehr groß, heißt es in der Branche. Jetzt sind die Fahrzeugbauer in der besseren Position, gibt es doch ein Überangebot von Stahl am Markt.

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