Stahlindustrie
Hoffnung an den Hochöfen

Harte Zeiten für Stahlproduzenten: Gebeutelt von der schwachen Nachfrage stehen sie stark unter Druck. Doch Experten glauben, dass die Konzerne gut vorbereitet sind. Das schlägt sich in den Produktionsbilanzen nieder.

LUXEMBURG Krise. Kein Stahlmanager kommt an einem Mikrophon vorbei, ohne dieses Wort in den Mund zu nehmen. Auch Lakshmi Mittal nicht, Vorstandschef von Weltmarktführer Arcelor-Mittal, obwohl er "erste Anzeichen einer Erholung entdeckt hat", wie er gestern betonte.

Gebeutelt von der schwachen Nachfrage der wichtigsten Kundengruppen Bau, Automobil und Maschinenbau stehen die Stahlproduzenten stark unter Druck. Die Zahlen wirken bedrohlich: Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz beklagt wie Lakshmi Mittal ein Minus von bis zu 50 Prozent bei den Bestellungen, der Maschinenbau-Verband VDMA sieht in diesem Jahr einen Rückgang von sieben Prozent und Autokonzerne wie Volkswagen verzeichnen Absatzeinbrüche im zweistelligen Prozentbereich.

Auch wenn die Stahlindustrie in den Sog der globalen Wirtschaftskrise gezogen wird - sie ist aus Sicht von Experten heute besser den je darauf vorbereitet. Zügig reagierten die Firmen auf den unerwartet harten Nachfrageeinbruch im Oktober: Bereits Mitte November dampfte Arcelor-Mittal seine Produktion um ein Drittel ein; binnen weniger Wochen folgten die großen Hüttenkonzerne in Europa, Japan und den USA.

Der von Lakshmi Mittal geführte Konzern erfüllt damit die Hoffnungen der Branche: Der dominierende Spieler, entstanden 2006 durch die Fusion von Mittal und Arcelor, übernimmt mit einer raschen Kürzung der Produktion die Vorreiterrolle in der fragmentierten Branche. Statt auf die Menge legt Mittal den Fokus auf den Preis, Verluste sollen dadurch vermieden werden. Aus Sicht von Thomas Ludwig, Chef des Stahlhändlers Klöckner & Co., geht die Rechnung auf. "Die Stahlhersteller haben direkt reagiert. Vor zehn Jahren dauerte dies noch sechs bis zehn Monate", sagt er. Die Produktionskürzungen seien deshalb die richtige Maßnahme.

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