Stahlindustrie
Voestalpine setzt auf Nordamerika

Der Linzer Stahlriese Voestalpine investiert massiv in den USA – unter anderem entsteht eine 550 Millionen Euro teure Anlage. Die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Österreich verlieren für den Konzern an Bedeutung.

WienDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine wird sein Engagement in Nordamerika stark ausbauen. Die Gründe dafür sind die niedrigen Energiepreise, die geringen Arbeitskosten und die Nähe zu Kunden wie der Automobilindustrie. „Wir werden massiv in Nordamerika investieren“, sagte Vorstandschef Wolfgang Eder in Wien.

Das größte Projekt des börsennotierten Konzerns aus Linz ist der Bau einer Direktreduktionsanlage in Corpus Christi (US-Bundesstaat Texas). Die größte Auslandsinvestition der Voestalpine soll im ersten Halbjahr 2016 in Betrieb gehen. Aktuell arbeiten auf der Baustelle direkt am Golf von Mexiko nach Unternehmensangaben rund 2000 Arbeiter.

Die Anlage, die in fünf Jahren einen Umsatz von 100 Millionen Euro erwirtschaften soll, wird in der Endausbaustufe 2018 rund 220 Mitarbeiter haben. „Der Bau dieser Anlage dient zu Absicherungen unserer Stahlaktivitäten in Österreich“, sagte der langjährige CEO Eder.

Derzeit ist die Voestalpine mit 64 Standorten in den USA, Kanada und Mexiko präsent. Die Region erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 neun Prozent der Konzernerlöse. Das entspricht 1,1 Milliarden Dollar. Mit knapp 900 Millionen entfällt der größte Teil dabei auf die Vereinigten Staaten.

Neben der Autoindustrie – allen voran die deutschen Hersteller Volkswagen, BMW und Daimler – hat Voestalpine in Nordamerika vor allem die Energiebranche und die Bahnkonzerne als Kunden – das Stahlunternehmen ist einer der weltgrößten Schienenhersteller.

Eder kündigte an, dass er innerhalb von vier Jahren in Nordamerika den Umsatz auf drei Milliarden Euro steigern will. Neben der Direktreduktionsanlage in Texas investieren die Österreicher auch in Cartersville (US-Bundesstaat Georgia) in den dortigen Produktionsstandort für hochfeste Karosserieteile. Nach der Inbetriebnahme des Werkes im vergangenen Jahr soll die Endausbaustufe bis 2018 abgeschlossen sein.

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Voestalpine setzt auf Nordamerika

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„Schleichende De-Industrialisierung“

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