Stahlkocher
Kartellstrafen gegen Stahlunternehmen

Wegen des Vorwurfs illegaler Preisabsprachen haben Frankreichs Kartellwächter gegen elf Stahlhändler und - hersteller Strafen von mehr als einer halben Milliarde Euro verhängt. Die Konzerne ArcelorMittal und Klöckner & Co (KlöCo), auf die der Großteil der Strafen entfällt, wollen sich dagegen wehren.

HB PARIS/DUISBURG. Die betroffenen Unternehmen sollen sich in den Jahren 1999 bis 2004 an unerlaubten Preisabsprachen beteiligt haben. Insgesamt verhängten die Kartellwächter Strafen in Höhe von fast 600 Mio. Euro. ArcelorMittal soll davon mit knapp 302 Mio. Euro mehr als die Hälfte bezahlen, auf die französische Klöckner-Tochter KDI entfallen gut 169 Mio. Euro. Neun Unternehmen müssen Geldbußen bis in zweistellige Millionenhöhen schultern. Der Behörde zufolge haben mehrere Firmen bereits angekündigt, sie könnten wegen der Finanzkrise möglicherweise Probleme haben, die Geldbeträge im Jahr 2008 aufzubringen.

Sowohl der Stahlkocher ArcelorMittal als auch der Stahlhändler KlöCo kündigten rechtliche Schritte gegen die Entscheidung der Behörde an. Die französische Klöckner-Tochter KDI, gegen die die Strafe verhängt wurde, werde Rechtsmittel einlegen mit dem Ziel, die Höhe der Geldbuße deutlich zu reduzieren und eine Aussetzung der Zahlung zu erwirken, teilte KlöCo mit. Der Konzern kritisierte, dass die Behörde die Strafe offensichtlich auf Basis der Weltumsätze des Konzerns berechnet habe, obwohl nur die Tochter KDI die Verstöße begangen habe und diese lediglich den französischen Markt betroffen hätten.

Im Jahr 2008 wird das Bußgeld das KlöCo-Konzernergebnis den Angaben zufolge mit 79 Mio. Euro belasten. Rückstellungen über 20 Mio. Euro seien bereits gebildet worden. Zudem habe Klöckner & Co. SE einen Erstattungsanspruch gegen die ehemaligen Eigentümer des Klöckner & Co.-Konzerns in Höhe von 70 Mio. Euro. ArcelorMittal wollte zu den Auswirkungen der Geldbuße zunächst keine Angaben machen.

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