Stahlkocher
Stahlverband senkt erneut Produktionsprognose

Nach einem drastischen Einbruch der deutschen Rohstahlproduktion im November haben die deutschen Produzenten ihre Erwartungen für das laufende Jahr weiter nach unten geschraubt. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erwarte nur noch eine Rohstahlproduktion von 46,2 Mio. Tonnen, sagte Verbandspräsident Hans-Jürgen Kerkhoff am Dienstag auf einem "Handelsblatt"-Branchenkongress in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Dies sei ein Minus von fünf Prozent zum Vorjahr. Der Verband hatte seinen Ausblick schon Anfang November um eine Million Tonnen gekürzt, nachdem die Produktion im Oktober um acht Prozent zurückgegangen war. Im November sei sie nochmals um 18,5 Prozent eingebrochen, sagte Kerkhoff.

Die Hersteller haben bereits mit Produktionskürzungen auf die stark gefallene Nachfrage nach dem Werkstoff reagiert. Der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp hat den Zukauf von Rohstahl gestoppt und prüft in der Stahlsparte die Einführung von Kurzarbeit. Weltmarktführer ArcelorMittal will tausende Stellen streichen.

Verbandschef Kerkhoff traut sich eine Prognose für 2009 noch nicht zu. "Ab dem ersten Quartal werden wir mehr Klarheit haben", sagte er. Die Stahlnachfrage werde langfristig aber hoch bleiben Die Industrie hat dank des Aufschwungs in Osteuropa und China eine längere Boomphase hinter sich.

Zu schaffen machten den Stahlherstellern im laufenden Jahr die hohen Preise für Rohstoffe wie Erz und Kokskohle. "Die Preise haben sich in den letzten Monaten etwas nach unten bewegt", sagte Kerkhoff. Auch die kommenden Preisverhandlungen mit den Rohstofflieferanten sollten eine Entlastung bringen.

Abnehmerindustrien wie die Auto- und Maschinenbaubranche, die nun noch unter den Folgen der Finanzkrise ächzen, fordern seit längerem Preissenkungen von den Stahlkonzernen. Kerkhoff wollte aber nicht sagen, ob sie niedrigere Rohstoffpreise an die Kunden weitergeben würden. Förderunternehmen müssten zugleich Projekte zurückstellen, weil die Banken mit der Kreditvergabe zögerten, argumentierte er. "Und das verknappt das Angebot."

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