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Stahlkonzern: Arcelor-Mittal ruscht in die roten Zahlen

Zum Jahresende ist der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal in die roten Zahlen gerutscht. Das Gesamtjahr 2010 schloss der Konzern aber mit einem Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar ab – deutlich mehr als im Jahr zuvor. Konzernchef Lakshmi Mittal rechnet mit einem starken Jahr 2011.

Stahlarbeiter bei Arcelor-Mittal. Quelle: ap
Stahlarbeiter bei Arcelor-Mittal. Quelle: ap

HB BRÜSSEL. Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal rechnet vor allem wegen der Branchenerholung in den USA mit bald wieder anziehenden Preisen. 2011 werde besser ausfallen als das vergangene Jahr, sagte der Thyssen-Krupp-Rivale am Dienstag voraus. Vor allem in den USA sei ein deutliches Anziehen der Nachfrage spürbar, China wachse moderat und in Europa würden die Lager gefüllt, sagte Finanzchef Aditya Mittal. Eine Entwarnung für den schwächelnden Bausektor in Europa gab das Unternehmen indes nicht.

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Die 500 Milliarden Dollar schwere Stahlbranche leidet seit Mitte des vergangenen Jahres unter sinkenden Margen. Grund sind die stark gestiegenen Rohstoffpreise etwa für Eisenerz, die in der Regeln nicht so schnell an die Kunden weitergegeben werden können. Die Stahlpreise sind wegen der geringeren Nachfrage insgesamt sogar gesunken. Allerdings ist eine Trendumkehr in Sicht: In den USA etwa kletterten seit Mitte November die Preise für Stahl zum Teil um 49 Prozent, Eisenerz verteuerte sich aber mit einem Plus von 22 Prozent moderater. Typischerweise dauert es bei ArcelorMittal etwa vier Monate, bis sich solche Entwicklungen in den Geschäftszahlen niederschlagen.

Arcelor-Mittal kündigte daher an, das zweite Quartal werde besser laufen als das erste. Dann wird nach Einschätzung von ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal auch der Anstieg der Rohstoffpreise seinen Höhepunkt finden. „Es gibt ein gewisses Risiko, dass sich die Stärke in der zweiten Jahreshälfte nicht in vollem Umfang wiederholen wird“, sagte der Finanzchef. Dennoch werde das Gesamtjahr besser ausfallen als 2010.

Für das laufende erste Quartal rechnet der Stahlriese mit einem Anstieg beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf zwei bis 2,5 Milliarden Dollar nach einem Rückgang auf 1,85 Milliarden Dollar im Schlussquartal 2010. Dort hatte unter dem Strich sogar überraschend ein Minus gestanden, vor allem wegen Einmalposten. Analysten rechnen im Schnitt im ersten Quartal mit einem Ebitda von 2,15 Milliarden Dollar. Arcelor-Mittal stellt rund sechs bis sieben Prozent des weltweiten Stahlangebots her und ist mit Abstand Marktführer.

Anders als ThyssenKrupp oder der österreichische Rivale Voestalpine produzierte ArcelorMittal aber zuletzt nicht annähernd bei voller Auslastung seiner Kapazitäten. Diese dürfte im ersten Quartal bei 76 Prozent liegen und damit etwas höher als noch Ende 2010 mit 69 Prozent, teilte das Unternehmen mit.

Anleger nahmen die Zahlen und den Ausblick positiv auf: Arcelor-Mittal-Aktien legten bis zum frühen Nachmittag um 3,5 Prozent zu.

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