Stahlkonzern leidet unter sinkender Nachfrage der Autohersteller
Thyssen-Krupp plant Kurzarbeit

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp leidet unter sinkender Nachfrage der Autohersteller und bereitet sich deshalb auf Kurzarbeit in seiner Stahlsparte vor. "Es hat dazu bereits erste Gespräche zwischen Konzern und Betriebsrat gegeben", sagte ein Arbeitnehmervertreter dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Voraussichtlich zum Februar, spätestens aber zum März müsse in einigen Bereichen Kurzarbeit eingeführt werden. Wie viele der insgesamt 41 000 Mitarbeiter von Thyssen-Krupp Steel von der Maßnahme betroffen sein werden, ist noch offen.

Ein Thyssen-Sprecher bestätigte entsprechende Planungen, machte aber keine Angaben zu Details. Das Unternehmen hat als Reaktion auf den Nachfragerückgang bereits in anderen Konzernteilen Kurzarbeit eingeführt. Zudem trennte es sich von 2 100 Leiharbeitern.

Mit Thyssen-Krupp Steel trifft es nun den größten Ergebnisbringer des in Düsseldorf angesiedelten Konzerns. Die Sparte mit einem Vorsteuergewinn von zuletzt 1,5 Mrd. Euro verkauft rund ein Drittel seines Stahls an die Autoindustrie und ist daher vom Einbruch des Fahrzeugabsatzes stark betroffen. Verschärft worden sei die Lage zuletzt dadurch, dass Daimler und BMW ihre Produktion gedrosselt hätten, hieß es. Die beiden wichtigen Kunden würden daher weniger Stahl von Thyssen benötigen.

Mit einer schnellen Erholung rechnet der Industriekonzern offenbar nicht. Dem Vernehmen nach plant Thyssen-Krupp Steel, bis Ende kommenden Jahres Kurzarbeit bei den zuständigen Arbeitsagenturen zu beantragen. Ein Stellenabbau, wie ihn Arcelor-Mittal umsetzt, wird im Konzern ausgeschlossen. Der Weltmarktführer streicht in Deutschland zehn Prozent der insgesamt 8 000 Arbeitsplätze und will zudem durch Arbeitszeitverkürzung den Gegenwert von 750 Vollzeitstellen einsparen.

Auch Thyssen-Krupp rüstet sich mit einem Sparprogramm für schwere Zeiten, die Kosten sollen um mehr als eine Mrd. Euro sinken. Im Auftrag von Vorstandschef Ekkehard Schulz durchforstet dazu Joachim Panek das Konglomerat auf Einsparpotenziale. Um sich voll und ganz auf seine neue Aufgabe zu konzentrieren, legte Panek sein Amt als Vizechef der Aufzugsparte Elevator nieder. Der Manager war zuvor Controller und Bereichsleiter für Übernahmen und Fusionen und verfügt damit über einen tiefen Einblick in die verästelten Strukturen der AG.

Allzu große Einschnitte zu Lasten der Beschäftigten wird der Vorstand wohl nicht durchsetzen können. Denn im Aufsichtsrat sieht sich die Konzernführung mit einer gestärkten Gewerkschaft IG Metall konfrontiert. Der letzte von der Gewerkschaft unabhängige Aufsichtsrat der Arbeitnehmerbank, Heinrich Hentschel, wurde am Dienstag von den Betriebsräten nicht mehr für das Gremium nominiert. Dafür ziehe mit Susanne Herberger die erste Frau in die Runde ein, wie ein Gewerkschaftssprecher sagte. Der Wechsel soll nach der Hauptversammlung, die am 23. Januar stattfindet, vollzogen werden.

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