Stahlkonzern
Salzgitter rutscht in die Verlustzone

Der jahrelange Höhenflug des Stahlkonzerns Salzgitter findet ein jähes Ende. Angesichts des drohenden Verlustes stürzte die Aktie der im vergangenen Dezember in den Leitindex Dax aufgestiegenen Gesellschaft gestern zwischenzeitlich um über zwölf Prozent ab. Indes gab der Konzern bekannt, seine Kurzarbeit ausbauen zu wollen.

DÜSSELDORF. Vorstandschef Wolfgang Leese stellte gestern für das laufende Geschäftsjahr einen „spürbaren“ Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 12,5 Mrd. Euro in Aussicht. Dies bleibt nicht ohne Folgen für das Ergebnis: Im ersten Halbjahr wird Deutschlands zweitgrößter unabhängiger Stahlhüttenbetreiber rote Zahlen schreiben. Auch für das Gesamtjahr schloss Leese einen Verlust nicht aus.

Angesichts des drohenden Verlustes stürzte die Aktie der im vergangenen Dezember in den Leitindex Dax aufgestiegenen Gesellschaft gestern zwischenzeitlich um über zwölf Prozent ab. Am Vortag hatte der Titel allerdings kräftig zugelegt. Die meisten Experten hatten für das Gesamtjahr zwar mit einem Ergebniseinbruch gerechnet, allerdings noch einen Vorsteuergewinn von durchschnittlich 350 Mio. Euro prognostiziert. Die Hoffnungen auf schwarze Zahlen mögen die Experten noch nicht begraben: So betonte Stahlexperte Hermann Reith von der BHF-Bank, dass Salzgitter traditionell eine konservative Prognose gebe.

Als sicher gilt aber, dass die Stahlindustrie länger durch das Nachfragetal schreiten wird als bislang angenommen. Salzgitter-Chef Leese hatte im November gesagt, dass er mit einer Erholung zum Ende des ersten Quartals rechnet. Seine Hoffnungen ruhten auf einen zügigen Abbau der Lagerbestände bei den Kunden. Denn mit einem Auftragsrückgang von rund 50 Prozent fällt das Minus stärker aus als der Produktionsrückgang bei den wichtigen Kunden aus Maschinenbau sowie Fahrzeug- und Bauindustrie.

Allerdings verriet schon der Ausblick der Wirtschaftsvereinigung Stahl, dass die Läger noch immer gefüllt sind. Der Branchenverband rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang des in Deutschland produzierten Stahls um ein Fünftel auf rund 37 Millionen Tonnen.

Wie die Konkurrenten Thyssen-Krupp und Arcelor-Mittal fährt Salzgitter seine Anlagen mit gedrosselter Leistung; branchenweit liegt die Auslastung bei rund 65 Prozent.

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