Stahlkonzern
Salzgitter stellt sich auf Verlust ein

Die Autokrise wird Salzgitter treffen - und dem Stahlkonzern wohl einen Verlust bescheren. Auch das vergangene Jahr hielt für Salzgitter negative Überraschungen parat.

HB HANNOVER. Salzgitter erwartet angesichts ausbleibender Bestellungen von Stahlverbrauchern wie der Autoindustrie einen Verlust in der ersten Hälfte des Jahres 2009. „Das erste Halbjahr wird voraussichtlich nicht mit einem ausgeglichenen Konzernergebnis abgeschlossen werden“, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an.

Auch für das Gesamtjahr machte der Konzern wenig Hoffnung: Es sei mit einem erheblichen Minus beim Auftragseingang zu rechnen. „Im Falle einer spürbaren Belebung insbesondere der Walzstahlmärkte erscheint die Erreichung eines in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnisses in 2009 noch möglich.“ Mit Kurzarbeit will der Konzern gegensteuern. Derzeit arbeiten 1500 Beschäftigte kurz, doch die Maßnahmen sollen ausgeweitet werden. „Die Pläne werden derzeit erarbeitet und dann mit den Betriebsräten diskutiert“, sagte ein Sprecher. Wie viele Beschäftigte es zusätzlich treffen soll, ließ er offen. Die Aktien fielen vorbörslich um über sieben Prozent. Im vergangenen Jahr ging das Vorsteuerergebnis (Ebt) auf 1,0 (Vorjahr: 1,3) Mrd. Euro zurück, der Nettogewinn auf 677 (905) Mio. Euro. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt ein Ebt von 1,12 Mrd. Euro und einen Überschuss von 762 Mio. Euro erwartet hatten. Der mit dem Konjunktureinbruch einhergehende Preisrückgang drückte den Gewinn 2008 deutlich. Abwertungen auf Lagerbestände fertiger und halbfertiger Produkten hätten das Ergebnis mit rund 200 Mio. Euro belastetet, so Salzgitter. Der Umsatz erhöhte sich jedoch dank vorübergehend deutlich gestiegener Preise auf 12,5 (10,2) Mrd. Euro. Das selbst gesteckte Ziel eines Vorsteuergewinns von mehr als einer Milliarde Euro erreichte der Konzern zwar. Allerdings hatte schon nach neun Monaten ein Ebt von einer Milliarde Euro zu Buche gestanden. Im Herbst hatte der Konzern daher angedeutet, der Vorsteuergewinn könne bis zu 1,2 Mrd. Euro betragen.

In der dominierenden Stahl-Sparte sowie im Handel erwartet Salzgitter 2009 einen „signifikant rückläufigen“ Umsatz und Gewinn. Angesichts des dicken Auftragspolsters im Röhren-Geschäft sei in diesem Bereich allerdings nur mit einem kleinen Minus zu rechnen. Auch in den kleineren Sparten Dienstleistungen und Maschinenbau erwartet der Konzern ein schwächeres Geschäft.

2008 verbuchte Salzgitter im Stahlbereich - der zunächst unter hohen Rohstoffkosten und am Jahresende unter dem Preisverfall beim Stahl litt - einen Vorsteuergewinn von 546 (749) Mio. Euro. Im Handel verdiente das Unternehmen nur noch 151 (213) Mio. Euro. Hingegen stieg das Vorsteuerergebnis im Geschäft mit Röhren auf 312 (303) Mio. Euro.

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