Stahlkonzern sieht Platz für Stahlpreisanhebungen
Stahlboom beschert Arcelor Gewinnschub

Nachdem die Kunden ihre Lagerbestände weitgehend abgebaut haben, sieht der Stahlkonzern Arcelor Platz für weitere Stahlpreisanhebungen. Der Tiefpunkt des Preisniveaus sei im September erreicht worden. Im dritten Quartal 2005 konnte das Unternehmen seinen Gewinn kräftg steigern.

HB LUXEMBURG/DUISBURG. Die Aktie notierte am Nachmittag bei plus 1,15 Prozent auf 19,42 Euro. Die Tarife würden nun wieder anziehen, sagte Vorstandschef Guy Dolle am Donnerstag in Luxemburg. Der nach Mittal Steel zweitgrößte Stahlkocher der Welt profitierte vom Stahlboom.

Der Überschuss kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 629 Millionen auf 657 Millionen Euro und der Umsatz um 4,6 Prozent auf 7,48 Milliarden Euro. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen. Arcelor profitierte wie seine Wettbewerber von den anhaltend hohen Stahlpreisen und Einsparungen. Zudem habe die Neuordnung des Geschäfts in Südamerika das Ergebnis positiv beeinflusst, sagte Dolle.

Die Kunden hatten im vergangenen Jahr mehr Stahl bestellt als sie benötigten und sich daher 2005 zunächst mit ihren Bestellungen zurückgehalten. Daraufhin geriet der Preis unter Druck. Dolle sagte nun, die Lagerbestände bei den Kunden in Nordamerika und Europa seien weitgehend abgebaut und daher habe Arcelor seine Preise zum Oktober anheben können. Diese seien weitgehend von den Kunden akzeptiert worden. Dolle sieht Platz für eine weitere leichte Anhebung zum ersten Quartal 2006. Damit folgt Arcelor der Einschätzung von ThyssenKrupp und Salzgitter, die ebenfalls eine neue Preisrunde zum Jahreswechsel prüfen. Eine Entscheidung werde Mitte November fallen, sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp Steel.

Dolle sieht allerdings Gefahren für die Geschäfte der Stahlkocher aus der Ukraine heranziehen. Der günstige Stahl von dort könne die Preise in der Europäischen Union sinken lassen. Wenn das osteuropäische Land der Welthandelsorganisation WTO beitrete, könnte der Produktionsüberhang nach Westeuropa exportiert werden, sagte Dolle. Die Ukraine kocht derzeit 40 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr, verbraucht allerdings nur 10 Millionen Tonnen.

Für das Gesamtjahr rechnet Acelor weiter mit einem kräftigen Gewinnschub. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) werde sicherlich über vier Milliarden Euro liegen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Nach drei Jahren Integration und der Übernahme in Brasilien sei die neue Arcelor kräftiger als die Vorgängergesellschaften. Arcelor entstand aus der Fusion von Usinor (Frankreich), Arbed (Luxemburg) und Aceralia (Spanien).

Dolle zeigte sich offen für weitere Zukäufe. Acelor führe in China und anderen Ländern Gespräche, zu denen er nichts weiter sagen wolle. Anfang der Woche hatte Mittal Arcelor bei der Übernahme des größten ukrainischen Stahlwerks Kriworoschstal ausgestochen. Der Kaufpreis von 4,81 Milliarden Dollar lag deutlich über den Erwartungen.

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