Stahlkonzern
Teure Rohstoffe und schwache Stahlnachfrage belasten Posco

Der südkoreanische Konzern Posco muss seine Prognose für das laufende Jahr senken: Der Gewinn wird niedriger ausfallen als vorhergesagt. Das liegt auch daran, dass sich die Preise für Eisen und Kohle in diesem Jahr mehr als verdoppelt haben. Nun fürchten Anleger auch bei europäischen Unternehmen Belastungen.
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FRANKFURT. Der südkoreanische Stahlkonzern Posco hat seine Erwartung für das laufende Jahr zurückgeschraubt. Der Gewinn werde 2010 nicht so hoch ausfallen wie noch im Juli vorhergesagt, teilte der weltweit drittgrößte Produzent gestern in Seoul mit. Statt eines operativen Ergebnisses von 5,6 Billionen Won rechnet das Unternehmen nun mit 5,2 Billionen Won (rund 3,36 Milliarden Euro).

Beim Umsatz erwartet Posco jetzt nur noch ein Plus von knapp zwölf Prozent auf 31,7 Billionen Won. Bislang war ein Umsatzanstieg von 14 Prozent prognostiziert worden.

Die Preise für Eisen und Kohle haben sich 2010 mehr als verdoppelt

Posco setzt die drastische Verteuerung von Rohstoffen sowie eine schwächere Stahlnachfrage zu. Die Preise für Eisen und Kohle haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Zumindest einen Teil der Belastungen konnte der Produzent über eine Anhebung der Stahlpreise an seine Kunden durchreichen, ein Teil der Mehrkosten bleibt aber bei Posco hängen.

Grund für den Sprung der Rohstoffpreise ist die neue Vertragsgestaltung der Bergbaukonzerne Vale, Rio Tinto und BHP Billiton, die im Frühjahr die Laufzeiten der Bezugskontrakte von Jahres- auf Quartalsbasis umgestellt haben. Zugleich koppelten sie die Preise an das Niveau der Spotmärkte.

Mit seiner Gewinnwarnung zog Posco gestern die Aktien anderer Stahlhersteller ins Minus. Die Titel von Thyssen-Krupp, Salzgitter und Arcelor-Mittal gehörten zu den schwächsten an der Börse. Anleger befürchten auch bei den europäischen Unternehmen Belastungen, vor allem durch eine schwächere Nachfrage.

Noch in der vergangenen Woche hatte der Weltstahlverband bei seiner Jahrestagung in Tokio Optimismus verbreitet. Die Produktion des Werkstoffs wird in diesem Jahr demnach auf einen Rekordwert von 1,27 Mrd. Tonnen steigen.

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