Stahlkonzern
Thyssen-Krupp macht neuen Anlauf bei VDM-Verkauf

Thyssen-Krupp versucht erneut, seine Tochter VDM zu verkaufen. Der Hersteller von Hochleistungswerkstoffen könnte bis zu 500 Millionen Euro einbringen. Doch im Konzern muss noch einiges umgebaut werden.
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FrankfurtDer Stahlkonzern Thyssen-Krupp nimmt Finanzkreisen zufolge einen neuen Anlauf zum Verkauf seiner Tochter VDM. Thyssen habe die Deutsche Bank damit beauftragt, den Verkaufsprozess für den Hersteller von Hochleistungswerkstoffen vorzubereiten, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Bevor es losgehen könne, müsse bei VDM allerdings noch einiges umgebaut werden. Thyssen hatte VDM und das Stahlwerk im italienischen Terni wieder von der finnischen Outokumpu zurücknehmen müssen, an die er 2012 sein Edelstahl-Geschäft verkauft hatte. Die Finnen hätten sich damit beinahe übernommen.

Angesichts eines erwarteten operativen Gewinns von 60 bis 70 Millionen Euro bei VDM könnte ein Verkauf den Insidern zufolge mehr als 500 Millionen Euro einbringen. VDM und Terni zusammen waren mit 950 Millionen Euro bewertet worden. Für Terni hatte Thyssen in der vergangenen Woche ein Sparprogramm verkündet, das denm Abbau von 550 Stellen vorsieht. VDM, 1930 als Vereinigte Deutsche Metallwerke gegründet, stellt mit 2000 Mitarbeitern Metall-Legierungen und Spezial-Edelstähle her, die in Chemie-Anlagen oder im Öl- und Gas-Bereich eingesetzt werden. 1988 war VDM von Krupp übernommen worden. Firmensitz ist Werdohl im Sauerland.

Letztlich könnte Thyssen sich auch dafür entscheiden, VDM zu behalten, wenn die gebotenen Preise weitere Abschreibungen nach sich zögen, sagten die Insider. Die Stahlkonzerne in Europa leiden unter einen niedrigen Nachfrage, doch die Aussichten für Edelstahl und Nickel-Legierungen haben sich in den vergangenen Monaten verbessert. Denn mit einem steigenden Nickel-Preis steigen auch die Preise für Stahlprodukte, in denen das Metall enthalten ist.

Schon Outokumpu hatte versucht, VDM loszuschlagen. Damals hatten sich vor allem Finanzinvestoren wie Lindsay Goldberg, KPS Capital, Triton, Pamplona und Advent dafür interessiert. Banker hoffen darauf, dass sie auch diesmal mit von der Partie sind. Aber auch der Edelstahl-Hersteller Aperam und die deutsch-schweizerische Schmolz + Bickenbach, die dem russischen Milliardär Viktor Vekselberg gehört, könnten bieten, sagte einer der Insider. Thyssen, die Deutsche Bank und die möglichen Bieter wollten sich nicht äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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