Stahlkonzern
Thyssen-Krupp spürt die Krise nicht

Trotz Schuldenkrise reißt die Nachfrage beim Essener Stahl- und Technologiekonzern Thyssen-Krupp nicht ab. Die Ausgliederung der Edelstahlsparte stehe weiterhin auf der Agenda.
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FrankfurtDer Essener Stahl- und Technologiekonzern Thyssen-Krupp spürt trotz Schuldenkrise eine anhaltende Nachfrage. „Die Nachfrage für unser Geschäft ist ungebrochen“, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe vom Samstag. „Wir sind aber nicht naiv. Durch die hohen Staatsverschuldungen wird eine Abschwächung der Konjunktur auf uns zukommen“, räumte er ein. Dabei geht er nicht von einem tiefen Einbruch der Wirtschaft oder einer Rezession aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte erst vor wenigen Tagen wegen der ausufernden Euro-Schuldenkrise vor einer „gefährlichen neuen Phase“ für die Weltwirtschaft gewarnt.

Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten bezeichnete Hiesinger als „reine Hysterie, die nichts mit den tatsächlichen Begebenheiten zu tun hat.“ Von der hohen Nervosität an den Börsen will er sich nicht in seinem Vorhaben bremsen lassen, den Konzern umzubauen. So werde die Ausgliederung der Edelstahlsparte mit rund 11.000 Beschäftigten weiter vorangetrieben. „Wir haben immer gesagt, dass ein Börsengang eine von mehreren Optionen ist“, sagte der Manager. Erst am Freitag hatte der Chemieriese Evonik seinen für dieses Jahr vorgesehenen Börsengang wegen der jüngsten Talfahrt an den Aktienmärkten abgesagt. „Auch Abspaltung oder Verkauf an einen Investor ist möglich“, machte Hiesinger klar. Vor wenigen Wochen hatte ThyssenKrupp seine Dienstleistungstochter Xervon mit mehr als 9000 Beschäftigten und einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro an die Entsorgungsfirma Remondis verkauft.

Der Thyssen-Krupp-Chef hatte angekündigt, Geschäfte mit einem Umsatz von zehn Milliarden Euro abgeben zu wollen. Darunter sind die Edelstahlsparte und diverse Autozulieferer. Insgesamt sind von den Verkaufsplänen 35.000 der 180.000 Thyssen-Krupp-Beschäftigten betroffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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