Stahlkonzern
Voestalpine kommt günstig davon

Die Österreicher rechnen mit einer milden Strafe im deutschen Schienenkartellverfahren. Der Stahlhersteller rechnet mit einem Bußgeld von höchstens zehn Millionen Euro, sagte Firmenchef Eder auf der Hauptversammlung.
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DüsseldorfDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine kommt im deutschen Schienenkartellverfahren relativ günstig davon. Das Unternehmen rechne im Hauptverfahren um die Deutsche Bahn mit einem Bußgeld von fünf bis höchstens zehn Millionen Euro vom Kartellamt, sagte Firmenchef Wolfgang Eder auf der Hauptversammlung in Linz.

Der entsprechende Bescheid werde der Voestalpine und den anderen Beschuldigten voraussichtlich in den nächsten Tagen zugestellt. Mögliche Schadenersatzforderungen der Deutschen Bahn sind in der Summe nicht enthalten.

Unternehmen wie Voestalpine und ThyssenKrupp werden verdächtigt, auf dem Schienenmarkt Preise abgesprochen und Aufträge verteilt zu haben. Damit sollen sie zum einen die Deutsche Bahn und zum anderen Privatbahnen geschädigt haben.

Für die beiden Gruppen laufen beim deutschen Kartellamt zwei verschiedene Verfahren. Ein Sprecher von ThyssenKrupp betonte, der Mischkonzern sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert und stehe in Gesprächen mit den beteiligten Parteien. Ein Kartellamtssprecher verwies darauf, dass die Verfahren andauerten.

Die Österreicher hatten sich den Wettbewerbshütern als Kronzeugen angedient und so gehofft, eine teure Strafe abzuwenden. Das Kartellamt erkannte laut Voestalpine-Chef Eder diesen Kronzeugenstatus im wesentliche an.

Daher reichten die bereits gebildeten Rückstellungen von 205 Millionen Euro für Bußgelder, mögliche Schadenersatzforderungen der Geschädigten und die Schließung des Schienenwerks in Duisburg voraussichtlich aus. Das zweite wesentlich kleinere Verfahren um Preisabsprachen bei Schienen für Privatbahnen zieht sich Eder zufolge voraussichtlich noch bis Anfang 2013.

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