Stahlkonzern
Voestalpine steigert Gewinn erheblich

Dank der Konjunkturerholung geht es für den österreichischen Stahlkonzern Voestalpine aufwärts. Er vervielfachte seinen Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsquartals 2010/11.
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HB WIEN. Die Konjunkturerholung hilft dem österreichischen Stahlkonzern Voestalpine aus der Krise. Im Jahr 2010/11 peilt das Unternehmen eine Verdoppelung des Betriebsgewinns auf rund 700 Mio. Euro an. „Noch ist die Krise nicht endgültig ad acta gelegt. Aber wir erwarten eine günstige Entwicklung in Asien, in Südamerika und in Westeuropa“, sagte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder am Donnerstag. Lediglich für die USA schloss er einen Rückfall in die Rezession nicht aus.

Die Geschäfte mit der Autoindustrie, den Maschinenbauern und der Konsumgüterindustrie liefen bereits im ersten Halbjahr wieder gut. Bis Ende September steigerte Voestalpine den Umsatz um ein Viertel auf 5,2 Mrd. Euro. 414 Mio. Euro Betriebsgewinn wurden erzielt und unter dem Strich steht ein Gewinn von 250 Millionen. „Aus heutiger Sicht ist die Verdoppelung des Ebit gut abgesichert“, sagte Eder. Voestalpine ist allerdings unter Analysten bekannt dafür, sehr vorsichtige Prognosen abzugeben. Nach jüngsten Reuters-Daten erwarten die Experten im Durchschnitt einen Betriebsgewinn von 865 Mio. Euro. Die BHF-Bank hat in Reaktion auf die Zahlen das Kursziel um drei auf 35 Euro angehoben. An der Börse blieb die Aktie unauffällig. Das Papier lag zwei Cent auf 29,57 Euro höher.

Schon im Halbjahr profitierte Voestalpine vor allem von der guten Nachfrage der deutschen Auto- und Maschinenbauer. Auch die Konsumgüterindustrie und der Energiesektor sahen wieder Wachstum, sagte Eder. „Das werden auch die treibenden Kräfte der Zukunft sein“, fügte er an. Weiter schwach erwartet Voestalpine die Stahlnachfrage aus der Bauindustrie. Durch Sparpakete in vielen Ländern würden Bauaufträge gestrichen. Voestalpine sei davon aber nur am Rande betroffen.

Der Konzern ist im Sektor das am meisten diversifizierte Unternehmen. Nur ein Drittel des Geschäftes macht Voestalpine mit herkömmlichen Stahl. Der Rest wird bereits mit verarbeiteten Produkten gemacht. Die Linzer sind einer größten Schienen- und Weichenhersteller der Welt. Rund zehn Prozent werden im Segment Automotive erzielt. Die Sparte lieferte Karosserieteile an die Autobauer. Mit einer Ebit-Marge von acht Prozent sei Voestalpine auch eines der profitabelsten Unternehmen der Branche, sagte Eder.

Diesen Status will er behalten. 600 Mio. Kosten jährlich sollen bis 2012/13 gespart werden. Bereits in diesem Geschäftsjahr will er die Hälfte davon erreicht haben.

Auch bei den deutschen Stahlherstellern laufen die Geschäfte wieder rund. Beim Branchenprimus ThyssenKrupp sind die Hochöfen voll ausgelastet, und Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter schrieb zuletzt erstmals nach längerer Zeit wieder schwarze Zahlen.

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