Stahlkonzerne
Arcelor weist Mittal erneut zurück

Arcelor, Nummer zwei am Stahlmarkt, hat das unlängst erhöhte Übernahmeangebot des Konkurrenten Mittal, Nummer eins der Branche, formell abgelehnt. Arcelor schlägt die Tür jedoch nicht gänzlich zu.

HB LUXEMBURG. Die Direktoren hätten die Offerte einstimmig zurückgewiesen, hieß es in einer Erklärung des Board am Montagmorgen. Das Gremium empfahl den Aktionären, das Geschäft mit dem russischen Wettbewerber Severstal zu billigen. Die Arcelor-Geschäftsführung soll dennoch mit Mittal Steel über eine mögliche weitere Nachbesserung der Mittal-Offerte sprechen.

Mittal versucht seit Ende Januar, die Arcelor-Führung zu Verhandlungen über eine Fusion zu überreden, doch diese blockt hartnäckig ab. Den Aktionären des Luxemburger Konzerns liegt ein Übernahmeangebot von Mittal Steel, dem Weltmarktführer der Stahlbranche vor, das bis zum 5. Juli läuft und den Konzern mit gut 25 Mrd. Euro bewertet. Doch Arcelor versucht, die Übernahme mit einem umfassenden Aktienrückkauf und einer Fusion mit dem russischen Stahlkonzern Severstal zu konterkarieren. Die Fusion würde Severstal-Gründer Mordaschow mit knapp einem Drittel an Arcelor beteiligen.

Seit Freitag wird der geplante Zusammenschluss von der EU-Kommission geprüft. Die Behörde will bis zum 11. Juli entscheiden, ob sie direkt grünes Licht gibt oder oder vertiefte Prüfung einleitet, teilte sie in Brüssel mit. Daneben gibt es – als eine Besonderheit – eine zweite Anmeldung der Fusion, diesmal unter der Voraussetzung, dass der russische Stahlmilliardär Alexej Mordaschow über seine Holding Sungrebe das zusammengeschlossene Unternehmen mehrheitlich kontrollieren wird. Diese Prüfung ist bis zum 13. Juli angesetzt. Welche der beiden Prüfungen letztlich bis zu einer Kommissions-Entscheidung fortgeführt wird, ist derzeit noch offen.

Gegen die Fusion mit Severstal hat sich unter Arcelor-Eignern teils heftiger Widerstand gebildet. Die Anteilseigner fürchten eine zu starke Stellung Mordaschows.

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