Stahlkonzerne: Furcht vor Stahlflut aus China wächst

Stahlkonzerne
Furcht vor Stahlflut aus China wächst

In Europa wächst die Furcht vor einem Anstieg der Stahlexporte aus China. Europas Stahlkonzerne stemmen sich gegen Billigimporte und versuchen, dem erwarteten weiteren Preisverfall durch Kürzungen der Produktion entgegenzuwirken. Doch die Strategie "Preis vor Menge" könnte von China torpediert werden.

DÜSSELDORF. Zwar ist die Entwicklung der chinesischen Produktion im November nach Angaben des Weltstahlverbands um 12,4 Prozent gefallen, doch Chinas Hütten haben ihren Ausstoß damit im geringeren Umfang gedrosselt als der Branchendurchschnitt. Weltweit fiel die Produktion um 19 Prozent.

Im Fahrwasser von Marktführer Arcelor-Mittal haben Schwergewichte wie Nippon Steel, US Steel, Thyssen-Krupp und auch Salzgitter ihre Produktion wenige Wochen nach dem Nachfrageeinbruch im Oktober um bis zu ein Drittel gesenkt. Bei früheren Krisen reagierten die Unternehmen oft erst nach Monaten. Mit den Kürzungen wollen die Firmen einem stärkeren Verfall der Preise vorbauen.

Doch die Strategie "Preis vor Menge" könnte von China torpediert werden. "Es ist eindeutig, dass die schwache chinesische Inlandsnachfrage durch verstärkte Exporte zumindest teilweise kompensiert werden soll", sagt Alexander Malkwitz von der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Betroffen von zunehmenden Exporten wären in erster Linie die Nachbarn Japan, Südkorea sowie Indien. Aber auch in Europa gebe es Befürchtungen eines wachsenden Exports, sagt Malkwitz. Durch den Zufluss von chinesischem Stahl werde in Europa ein deutlicher Druck auf die Preise erzeugt.

Anzeichen dafür hat Ulrich Middelmann, Finanzvorstand von Deutschlands Marktführer Thyssen-Krupp, beobachtet. In den vergangenen Monaten sei immer wieder Stahl aus China in Europa zum Kauf angeboten worden, sagte er kürzlich. Die Experten der WestLB registrieren den Trend mit Sorge. Durch Exporte könnte das Stahlpreisgefüge in anderen Regionen aus dem Gleichgewicht geraten, meint Analyst Ralf Dörper. Ein Anreiz für die Chinesen, ihre Exportquote hochzufahren, sind aus seiner Sicht auch die gefallenen Transportkosten.

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