Stahlkonzerne
Salzgitter spürt den Aufschwung kaum

Der Stahlkonzern Salzgitter profitiert von der langsamen Erholung der Wirtschaft kaum. Salzgitter konnte im abgelaufenen Quartal seinen Verlust reduzieren - allerdings weniger stark als erhofft. Für das Gesamtjahr gab sich die Führung weiter vorsichtig.
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HB SALZGITTER. Trotz einer leichten Geschäftserholung bleibt der Stahlkonzern Salzgitter für die kommenden Monate vorsichtig. Für das Ende des Krisenjahres 2009 erwartet das Unternehmen, dass sich der „moderate Aufwärtstrend“ fortsetzt. „Wir gehen davon aus, dass sich das Konzern-Vorsteuerergebnis der letzten drei Monate des Geschäftsjahres weiter in Richtung eines etwa ausgeglichenen Resultats bewegen wird“, teilte die Dax-Gesellschaft am Donnerstag mit. Im Stahlgeschäft bleibe die Belebung jedoch fragil. Die Aktie notierte nach knapp einer Handelsstunde mit 1,14 Prozent im Minus bei 62,58 Euro.

Salzgitter warnte erneut davor, dass die Branche ihre Kapazitäten zu schnell erhöht habe und dies zu einer neuerlichen Überversorgung führen könnte. Im dritten Quartal konnte der Konzern den heftigen Abwärtstrend stoppen - wenn auch nicht so deutlich wie von Analysten erwartet. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 67 Mio. Euro. Im Vorquartal waren es noch minus 90,9 Mio. Euro, vor einem Jahr hatte Salzgitter noch einen Überschuss von 252,1 Mio. Euro erzielt. Nach neun Monaten summiert sich der Fehlbetrag nun auf 232,1 Mio. Euro.

Der Umsatz von Juli bis September lag mit 1,8 Mrd. noch einmal um 100 Mio. Euro unter dem Vorquartal. Seit Jahresbeginn hat Salzgitter knapp sechs Mrd. Euro umgesetzt, rund 3,7 Mrd. weniger als vor einem Jahr. Positive Beiträge des Röhrengeschäfts, der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis und aus den Geldanlagen konnten in den ersten neun Monaten nach Salzgitter-Angaben die von der Krise besonders betroffenen Unternehmenssparten Stahl, Handel und Technologie nicht ausgleichen.

Erst seit Jahresmitte verbesserte sich die Lage auf dem Stahlmarkt, nachdem überhöhte Lagerbestände bei Stahlhändlern und -verarbeitern abgebaut waren. Zudem habe sich die Nachfrage konsumnaher Branchen erholt, berichtete Salzgitter. Hier wirkte sich auch die Abwrackprämie für die Autobranche positiv aus. Das führte dazu, dass die Stahlunternehmen ihre Preise erstmals seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise im Spätsommer 2008 wieder anheben konnten. Im Ergebnis wird sich das allerdings erst mit Verzögerung auswirken, wenn die Bestellungen ausgeliefert werden. Impulse aus der Investitionsgüter- und Bauwirtschaft blieben hingegen aus.

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