Stahlkonzerne
Thyssen-Krupp mit Milliardenminus

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp hat das schwerste Geschäftsjahr hinter sich gebracht – und einen Verlust von 2,4 Mrd. Euro eingefahren. Verantwortlich dafür seien wegbrechende Märkte, der umfassende Konzernumbau und hohe Kosten für neue Werke, hieß es. Trotzdem will das Unternehmen eine Dividende ausschütten.
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DÜSSELDORF. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp will im laufenden Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückkehren. "Für die Ergebnisentwicklung erwarten wir eine signifikante Verbesserung hin zu einem wieder positiven Ergebnis", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz in Düsseldorf. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrieb Deutschlands größter Stahlkonzern noch einen Rekordverlust von 2,4 Mrd. Euro vor Steuern - auf eine Dividende sollen die Aktionäre dennoch nicht verzichten müssen.

Verantwortlich für die Verluste machte Schulz neben der schwachen operativen Entwicklung vor allem Belastungen für den Konzernumbau und die Kosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA. Diese summierten sich auf 1,6 Mrd. Euro. Auch das Anfang Oktober angelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 wird von den Projekten in Übersee belastet. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern (Ebit) werde um einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich geschmälert.

Trotz der Anlaufverluste rechnet Konzernchef Schulz für die laufende Berichtsperiode mit einem bereinigten Vorsteuergewinn im unteren dreistelligen Millionenbereich. Möglich werde die Verbesserung durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen. Auf Wachstumsimpulse durch die sich abzeichnende Konjunkturbelebung hofft Thyssen-Krupp indes nicht. Der Umsatz werde gegenüber 2008/2009 stabil bleiben, sagte Schulz.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr brach der Umsatz von 53,4 Mrd. auf 40,6 Mrd. Euro ein. Unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise hat Thyssen-Krupp zu Jahresbeginn einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet und dabei Tausende Stellen gestrichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien bereits 1,8 Mrd. Euro eingespart worden, davon 800 Mio. Euro nachhaltig, sagte der Vorstandschef. Der volle Spareffekt von 1,5 bis zwei Mrd. Euro soll ab dem Geschäftsjahr 2010/2011 erreicht werden.

Ungeachtet der tiefroten Zahlen will der Ruhrkonzern für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 0,30 Euro pro Aktie ausschütten. Thyssen-Krupp habe stets Wert auf Dividendenkontinuität gelegt, auch in schlechten Zeiten, sagte Schulz. Der Aufsichtsrat will am 26. November über die Höhe der Ausschüttung entscheiden. Zuletzt hatte das Unternehmen 1,30 Euro pro Anteil an seine Aktionäre gezahlt. Profitiert hat davon die Krupp-Stiftung, mit 25,3 Prozent der größte Einzelaktionär von Thyssen-Krupp.

Kommentare zu " Stahlkonzerne: Thyssen-Krupp mit Milliardenminus"

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  • bleibt die Frage: Wer stützt den Kurs der Aktie?
    Wird doch nicht eine große deutsche investmentbank mal wieder die Drähte ziehen?
    Und dann bleibt noch die Frage,warum?

  • Mal sehen, wieviele Mitarbeiter bei ThyssenKrupp noch gehen müssen. bei der Cash-FGlow-Entwicklung ist die Zukunft sicher nicht gefährdet, aber so wie bisher, kann es nicht weiter gehen.

  • Schon lustig das dank auf Druck der Stiftung ein junkgeratetes Unternehmen das zudem noch schlappe 7,5 Mrd € an nicht gedeckten Pensionslasten mit sich herumschleppt immer noch ne Dividende zahlt.....

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