Stahlriese
ArcelorMittal fürchtet sinkende Stahlnachfrage

Um bis zu fünf Prozent könnte die Stahlnachfrage in Europa in diesem Jahr sinken. Damit rechnet der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal und fordert nun von der Politik Konjunkturprogramme.
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HamburgDer weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Rückgang der Stahlnachfrage in Europa zwischen drei und fünf Prozent. Notwendig seien nun Konjunkturprogramme, um Investitionen anzukurbeln, sagte der Vizepräsident von ArcelorMittal Langstahl Europa, Nico Reuter, am Freitag in Hamburg. „Wir brauchen mehr Nachfrage, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, sagte Reuter.

Im Vergleich zu südeuropäischen Ländern sei der Stahlverbrauch in Deutschland jedoch noch gesünder, so der Manager. Der Vorstandsvorsitzende des ArcelorMittal-Werks Hamburg, Lutz Bandusch, beklagte eine zunehmende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. „Da muss irgendwo ein Bereinigungsprozess her“, sagte er.

Während die Auslastung der Stahlindustrie derzeit europaweit bei rund 80 Prozent liegt, nutzen die deutschen Werke derzeit noch rund 85 Prozent ihrer Kapazität. Angesichts des weltweiten Wettbewerbs auf dem Stahlmarkt bereiteten dem Stahlhersteller derzeit vor allem die hohen Energiepreise in Deutschland Sorgen, sagte Bandusch.

ArcelorMittal hatte im vergangenen Jahr mit weltweit 61 Standorten knapp 92 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. Die gesamte deutsche Rohstahlproduktion lag im vergangenen Jahr bei knapp 45 Millionen Tonnen, für 2012 rechnet die Branche jedoch auch in Deutschland mit einem Rückgang. In seinen deutschen Werken in Hamburg, Bremen, Duisburg, Eisenhüttenstadt sowie in einer Kokerei in Bottrop beschäftigt ArcelorMittal insgesamt rund 8000 Mitarbeiter.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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