Stahlsparte des Konzerns hat Gewinnziel knapp verfehlt
Thyssen-Krupp will neues Stahlwerk bauen

Thyssen-Krupp will in Australien, Brasilien oder Russland ein neues Stahlwerk für rund 1,5 Milliarden Dollar bauen. In dem neuen Werk könnten zwischen vier und fünf Millionen Tonnen Rohstahl produziert werden.

HB ISTANBUL. Um von der auf absehbare Zeit erwarteten hohen weltweiten Stahlnachfrage profitieren zu können, erwäge Thyssen-Krupp Steel den Bau eines neuen Stahlwerks in Australien, Brasilien oder auch Russland. „Eine Entscheidung darüber ist eher eine Frage von Monaten als von Jahren“, sagte Stahlchef Ulrich Middelmann. Das Investitionsvolumen für ein solches Werk liege bei rund 1,5 Mrd. Dollar.

In dem neuen Werk könnten zwischen vier und fünf Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt werden. Gegen Deutschland als Standort sprächen neben den Kosten vor allem die unkalkulierbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sagte Middelmann.

Angesichts des derzeit in Europa noch zu stark fragmentierten Stahlmarktes hält Middelmann eine Konsolidierung für unumgänglich. Da dem Marktführer, der luxemburgischen Arcelor, aus Kartellgründen die Hände gebunden seien, werde sich Thyssen-Krupp der Sache annehmen. Thyssen-Krupp Steel erwäge daher die Übernahme eines Stahlunternehmens, sagte Middelmann weiter. Denkbar sei auch eine größere Beteiligung, ergänzte er, ohne Angaben zu potenziellen Kandidaten und dem Zeitrahmen zu machen.

Der Hauptstandort Duisburg solle durch Investitionen von rund 350 Millionen Euro in den Bau eines neuen und die Modernisierung eines bestehenden Hochofens gestärkt werden, sagte Middelmann.

Nach Middelmanns Worten ist Thyssen-Krupp Steel nicht daran interessiert, sich am von der RAG geplanten Ausbau ihrer Kokerei Prosper zu beteiligen. Er schlug vor, die Kokerei auf dem mit der Salzgitter AG gemeinsam betriebenen Stahlwerk HKM in einen Verbund einzubringen, an dem sich auch die RAG beteiligen könnte.

Die Stahlsparte im Thyssen-Krupp-Konzern hat nach Aussage von Middelmann wegen der stark gestiegenen Rohstoffpreise im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 ihr Gewinnziel knapp verfehlt. Angesichts des anhaltenden Stahlbooms will der größte deutsche Stahlkonzern ein neues Stahlwerk bauen. Zugleich erwägt ThyssenKrupp Steel die Übernahme eines Konkurrenten in Europa.

„Wir werden ein Rekordergebnis ausweisen, das nahe an das Ziel von 800 Millionen Euro herankommt“, sagte Middelmann am Rande des Weltstahlkongresses in Istanbul mit Blick auf das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr. Die angehobenen Stahlpreise hätten die drastisch gestiegenen Rohstoffkosten nicht ganz kompensieren können. Gestützt worden sei das Ergebnis durch eine gute Volumenentwicklung und Programme des Unternehmens zur Effizienzsteigerung.

Thyssen-Krupp hatte im Frühjahr erklärt, den Vorjahresgewinn von 384 Millionen Euro verdoppeln zu wollen. Die Thyssen-Krupp-Aktie notierte am Dienstagvormittag wenig verändert mit 16,25 Euro.

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