Stammwerk Untertürkheim: Daimler investiert Milliarden in Modernisierung

Stammwerk Untertürkheim
Daimler investiert Milliarden in Modernisierung

Daimler will seinen Stammsitz in Untertürkheim neu ausrichten. Das Motorenwerk soll zum Standort für CO2-effiziente Technologien wie Hybrid-Motoren umgebaut werden. Der Konzern will mehrere Milliarden investieren.
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StuttgartDer Autobauer Daimler will in den kommenden Jahren Milliarden in die Modernisierung seines Stammwerks Untertürkheim stecken. Allein in diesem Jahr werde eine Milliarde Euro für die Modernisierung der Fabrik ausgegeben, erklärte Pkw-Produktionschef Markus Schäfer am Mittwoch in Stuttgart. In den kommenden Jahren seien weitere Milliarden-Investitionen in dem Werk geplant, in dem Achsen, Getriebe und Motoren für Pkw produziert werden. Zugleich sollen die Kosten bis 2020 um einen signifikanten dreistelligen Millionenbetrag sinken, ergänzte Schäfer. Dazu seien Vereinbarungen mit dem Betriebsrat getroffen worden.

Der Premiumbauer legt seit dem vergangenen Jahr die langfristigen Investitionspläne für die sechs deutschen Fabriken fest. Ziel ist dabei, die Produktion für zahlreiche neue Modelle auszuweiten, ohne dass die Kosten entsprechend steigen. Denn das Daimler-Management hat sich vorgenommen, die Rendite im Pkw-Geschäft von zuletzt 8,1 Prozent auf zehn Prozent zu steigern. Ein wichtiger Hebel dafür ist, die Fertigungstiefe zu verringern - also den Eigenanteil an der Produktion durch Fremdvergabe an Zulieferer zurückzufahren.

So sollen in Untertürkheim bestimmte Teile wie Zahnräder oder Doppelkupplungsgetriebe nicht mehr produziert werden, während die Fertigung hochwertiger Komponenten erhöht wird. So wird auch vermieden, dass die Zahl der Mitarbeiter an dem ohnehin schon aus allen Nähten platzenden Standort erhöht werden muss. „Es ist nicht das Ziel, die Zahl der Beschäftigten aufzubauen“, sagte Schäfer. Doch nun sei die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes gesichert. Das Stammwerk, wo seit dem Antritt von Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche 2006 auch der Vorstand wieder sitzt, beschäftigt rund 18.700 Mitarbeiter. Rund 1300 von ihnen werden für neue Aufgaben eingesetzt.

Bei der Investitionsvergabe konkurrieren die Daimler-Standorte miteinander. So kann das Management die Betriebsräte zu Zugeständnissen bei für die Beschäftigung sensiblen Themen wie der Fertigungstiefe bewegen. Der Betriebsratschef von Untertürkheim, Wolfgang Nieke, hob als Pluspunkt der Vereinbarung hervor, dass nicht nur Arbeitsplätze und künftige Produktion gesichert seien, sondern auch die Zahl der Auszubildenden von derzeit 160 im Jahr in den kommenden Jahren um jeweils 30 erhöht werde. Produktionschef Schäfer betonte, einvernehmlich mit dem Betriebsrat sei die Flexibilität bei Arbeitszeiten oder Schichtlängen inzwischen viel größer. „Hier sind wir einen großen Schritt vorangekommen“, sagte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Stimmt die Überschrift oder meinte man wirklich: Daimler investiert ins Management? Warum sthet nirgends: Manager haften für Ihre Fehler persönlich?

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